LAVES klar

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Stand: 21.04.2017


Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe H5N8 in niedersächsischen Hausgeflügelbeständen

Eine aktuelle Karte mit den Aufstallungsgeboten in Niedersachsen und Bremen finden Sie wieder rechts in der Infospalte. In Landkreisen mit einem teilweisen Aufstallungsgebot erhalten Sie weitere Informationen bei dem für Sie zuständigen Landkreis.

Seit Mitte März sind die Meldungen von neuen H5N8-Ausbrüchen in Deutschland und Europa, vor allem bei Wildvögeln zurückgegangen.
Dieser Rückgang konnte in Niedersachsen vorerst nicht beobachtet werden. Im März wurden 26 neue Ausbrüche der hochpathogenen Geflügelpest H5N8 in Geflügelhaltungen gemeldet. Seit November 2016 wurde die hochpathogene Form des Geflügelpestvirus H5N8 in insgesamt 45 niedersächsischen Hausgeflügelhaltungen nachgewiesen. Der letzte Ausbruch war am 6. April.

Neben 43 kommerziellen Geflügelhaltungen (38 Putenmastbestände, drei Entenbestände, ein Gänse- und ein Legehennenbestand) in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta, Emsland, Diepholz, Wittmund, Ammerland und Oldenburg waren außerdem auch zwei Kleinsthaltungen in den Landkreisen Northeim und Ammerland betroffen.
Nicht nur in Niedersachsen, sondern deutschland- und europaweit ist dies die heftigste und längste Geflügelpest-Epidemie seit Beginn der Aufzeichnungen.

Noch immer ist es besonders wichtig, dass vor allem Putenhalter Vorsorge treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Erregereintrag zu schützen. Dazu gehört vor allem eine konsequente Einhaltung und Optimierung der Biosicherheitsmaßnahmen. Hier finden Sie ein Schaubild mit Hinweisen zu möglichen Eintragsquellen und zur Biosicherheit.

Bei Wildvögeln wurde das Geflügelpestvirus bislang in 21 niedersächsischen Landkreisen nachgewiesen. Inzwischen wurden 45 Wildvögel positiv auf das hochpathogene H5N8-Virus getestet, bei einer Graugans konnte zudem der hochpathogene Subtyp H5N5 nachgewiesen werden.


Ausbrüche der Vogelgrippe (hochpathogenes H5N8-Virus) in der niedersächsischen Wildvogelpopulation seit November 2016:


Landkreis

Anzahl positiv getesteter Wildvögel

Betroffene Wildvogelarten

Peine

7

Reiherente, Höckerschwan, Wildente, Graugans, Nilgans, Wildgans

Region Hannover

3

Reiherente, Graugans, Bussard

Stadt Wilhelmshaven

3

Höckerschwan, Mäusebussard, Tauchente

Nienburg

1

Bussard

Friesland

2*

Ringelgans, Graugans

Rotenburg

2

Seeadler, Wildgans

Leer

1

Graugans

Stade

4

Reiherente, Mäusebussard

Braunschweig

1

Schnatterente

Stadt Hannover

3

Silbermöwe, Graugans, Höckerschwan

Diepholz

1

Graugans

Wolfsburg

1

Graugans

Cloppenburg

1

Stockente

Wittmund

1

Mäusebussard

Hameln-Pyrmont

3

Höckerschwan, Saatgans

Hildesheim

2

Mäusebussard, Graugans

Lüneburg

1

Stockente

Lüchow-Dannenberg

2

Graureiher, Schwan

Ammerland

1

Höckerschwan

Göttingen

1

Graureiher

Oldenburg

1

Bussard

*H5N5

Seit Beginn der Vogelgrippe-Epidemie Anfang November 2016 wurden bereits über 1.100 Wildvögel diverser Arten (v. a. Wasservögel aber auch aasfressende Arten wie Greifvögel) aus allen Bundesländern positiv auf das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5 getestet. In den letzten Wochen waren vor allem Schwäne, Greifvögel und Gänse betroffen.

Eine Übersicht über die bestätigten H5N8-Fälle in Deutschland erhalten Sie hier.

Bislang wurden aus 29 europäischen Ländern Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 gemeldet, noch immer kommen neue Meldungen hinzu. Besonders stark betroffen sind Frankreich (allein dieses Jahr schon über 400 Fälle) und Bulgarien (ca. 60 Ausbrüche), bei denen vor allem Wassergeflügelhaltungen betroffen sind.

Auf der Internetseite der Weltorganisation für Tiergesundheit finden Sie weitere Informationen zum internationalen Ausbruchsgeschehen.

Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelgrippe

Nach der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Loeffler Instituts ist für Niedersachsen vor allem in Gegenden mit hoher Geflügeldichte, von einem hohen Eintragsrisiko auszugehen.

Seit dem Auftreten der Vogelgrippe in anderen Bundesländern wurden in Niedersachsen bereits risikoorientiert von den Landkreisen und kreisfreien Städten Allgemeinverfügungen zur Aufstallung von Geflügel erlassen.
Eine Karte mit den Aufstallungsgeboten in Niedersachsen und Bremen finden Sie rechts in der Infospalte. (Die Aktualität der Karte kann nicht gewährleistet werden.)

In Niedersachsen wird auch in diesem Jahr ein intensives Monitoring zum Vorkommen von Vogelgrippeviren bei Wildvögeln durchgeführt. In diesem Jahr wurden bereits über 800 Proben im Wildvogel-Monitoring untersucht.

Nach wie vor ist es besonders wichtig Vorsorge für das Hausgeflügel zu treffen. Es gilt, die Hausgeflügelbestände vor einem Erregereintrag zu schützen. Dazu gehört, dass Geflügelhalter besonders auf Biosicherheitsmaßnahmen achten und unklare Krankheits- oder Todesfälle schnellstmöglich durch einen Tierarzt abklären lassen (Schaubild des FLI mit den von Geflügelhaltern mindestens einzuhaltenden Biosicherheitsmaßnahmen). Ein Verdacht auf Vogelgrippe ist bei dem jeweils zuständigen Veterinäramt zu melden. Auch das vermehrte Vorkommen toter Wildvögel, insbesondere von Enten und Gänse, sollte dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Eil-Verordnung des Bundes

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine „Verordnung über besondere Schutzregeln in kleinen Geflügelhaltungen" erlassen. Diese Eil-Verordnung wurde am 18.11.2016 veröffentlicht und ist bis einschließlich 20. Mai 2017 gültig. Ziel ist es auch hier den Eintrag des Virus in Stallungen zu verhindern. Damit gelten für kleinere Geflügelhaltungen (< 1000) und Hobbyhaltungen strenge Anforderungen. Verordnung und Informationen hierzu finden Sie rechts in der Infospalte.

Für Geflügelhalter wurde ein Infotelefon eingerichtet mit der Telefonnummer

0441 57026-444.


Weitere Informationen zur aviären Influenza finden Sie hier.












Puten im Stall
Informationen für Jäger

 Merkblatt für Jäger
(0,07 MB)

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