LAVES klar

Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Stand: 17.02.2017


Ausbrüche der Vogelgrippe (hochpathogenes H5N8-Virus) in niedersächsischen Hausgeflügelbeständen

Eine aktuelle Karte mit den Aufstallungsgeboten in Niedersachsen und Bremen finden Sie wieder rechts in der Infospalte. Wenn Sie in einem Landkreis mit einem teilweisen Aufstallungsgebot Ihr Geflügel halten, erhalten Sie Informationen bei dem für Sie zuständigen Landkreis.

In Niedersachsen wurde die hochpathogene Form des Geflügelpestvirus H5N8 inzwischen in 19 Hausgeflügelhaltungen nachgewiesen. Betroffen waren neben 14 Putenbeständen je eine Kleinsthaltung, ein Entenmastbestand sowie ein Gänsezuchtbestand. Die Ausbrüche betrafen die Landkreise Cloppenburg, Vechta, Emsland und Oldenburg.

Bei Wildvögeln wurde das Geflügelpestvirus in 18 niedersächsischen Landkreisen nachgewiesen.

Ausbrüche der Vogelgrippe (hochpathogenes H5N8-Virus) in der niedersächsischen Wildvogelpopulation seit November 2016:

Landkreis

Anzahl positiv getesteter Wildvögel

Betroffene Wildvogelarten

Peine

6

Reiherente, Höckerschwan, Wildente, Graugans, Nilgans

Region Hannover

2

Reiherente, Graugans

Stadt Wilhelmshaven

3

Höckerschwan, Mäusebussard, Tauchente

Nienburg

1

Bussard

Friesland

2*

Ringelgans, Graugans

Rotenburg

2

Seeadler, Wildgans

Leer

1

Graugans

Stade

4

Reiherente, Mäusebussard

Braunschweig

1

Schnatterente

Stadt Hannover

2

Silbermöwe

Diepholz

1

Graugans

Wolfsburg

1

Graugans

Cloppenburg

1

Stockente

Wittmund

1

Mäusebussard

Hameln-Pyrmont

3

Höckerschwan, Saatgans

Hildesheim

1

Mäusebussard

Lüneburg

1

Stockente

Lüchow-Dannenberg

1

Graureiher

*H5N5

Das hochpathogene H5N8-Virus wurde inzwischen in 23 europäischen Staaten festgestellt. Täglich kommen weitere Fälle hinzu.

In Deutschland haben die Ausbrüche bei Hausgeflügel und Wildvögeln ein nie zuvor gekanntes Ausmaß angenommen. Es wurden bereits ca. 780 Wildvögel diverser Arten (v. a. Wasservögel aber auch aasfressende Arten wie Greifvögel) aus 15 Bundesländern positiv auf das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5N8 getestet. Es ist davon auszugehen, dass unter den wilden Wasservogelarten derzeit eine H5N8-Epidemie abläuft, von der nur ein Teil der Infektionen durch die Untersuchung der tot aufgefundenen Wildvögel erkannt wird.

Das Bundesinstitut für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut) betont weiter, dass die Biosicherheitsmaßnahmen in allen geflügelhaltenden Beständen höchste Priorität haben.

Eine Übersicht über die bestätigten H5N8-Fälle in Deutschland erhalten Sie hier.

Inzwischen zirkuliert unter den Wildvögeln ein weiterer Subtyp der aviären Influenza, H5N5. Dieser wurde Ende Januar auch in einem Putenmastbetrieb in Schleswig-Holstein festgestellt. Das FLI geht von einer Reassortante aus, das sind Virusvarianten, die bei Mischinfektionen mit verschiedenen Subtypen durch die Vermischung von Erbmaterial entstehen. Sowohl für H5N8 als auch für H5N5 sind Infektionen beim Menschen bislang nicht bekannt.

Auf der Internetseite der Weltorganisation für Tiergesundheit finden Sie weitere Informationen zum internationalen Ausbruchsgeschehen.


Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelgrippe

Seit dem Auftreten der Vogelgrippe in anderen Bundesländern wurden in Niedersachsen bereits risikoorientiert von den Landkreisen und kreisfreien Städten Allgemeinverfügungen zur Aufstallung von Geflügel erlassen. Fragen zu den Aufstallungsgeboten und Ausnahmegenehmigungen richten Sie bitte an den jeweils zuständigen Landkreis oder die kreisfreie Stadt.
Eine Karte mit den Aufstallungsgeboten in Niedersachsen und Bremen finden Sie rechts in der Infospalte. (Die Aktualität der Karte kann nicht gewährleistet werden.)

In Niedersachsen wird auch in den Jahren 2016 und 2017 ein intensives Monitoring zum Vorkommen von Vogelgrippeviren bei Wildvögeln durchgeführt. Im Jahr 2016 wurden so etwa 1400 Wildvögel untersucht. In 17 Fällen konnte Vogelgrippe nachgewiesen werden. Im Jahr 2017 wurden bereits über 400 Proben im Wildvogel-Monitoring untersucht.

Derzeit ist es besonders wichtig Vorsorge für das Hausgeflügel zu treffen. Es gilt, die Hausgeflügelbestände vor einem Erregereintrag zu schützen. Dazu gehört, dass Geflügelhalter besonders auf Biosicherheitsmaßnahmen achten und unklare Krankheits- oder Todesfälle schnellstmöglich durch einen Tierarzt abklären lassen (Schaubild des FLI mit den von Geflügelhaltern mindestens einzuhaltenden Biosicherheitsmaßnahmen). Ein Verdacht auf Vogelgrippe ist bei dem jeweils zuständigen Veterinäramt zu melden. Auch das vermehrte Vorkommen toter Wildvögel, insbesondere von Enten und Gänse, sollte dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.


Eil-Verordnung des Bundes

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine „Verordnung über besondere Schutzregeln in kleinen Geflügelhaltungen" erlassen. Diese Eil-Verordnung wurde am 18.11.2016 veröffentlicht und ist am 21.11.2016 in Kraft getreten. Ziel ist es den Eintrag des Virus in Stallungen zu verhindern. Damit gelten für kleinere Geflügelhaltungen (< 1000) und Hobbyhaltungen strengere Anforderungen. Verordnung und Informationen hierzu finden Sie rechts in der Infospalte.

Für Geflügelhalter wurde ein Infotelefon eingerichtet mit der Telefonnummer

0441 57026-444.


Weitere Informationen zur aviären Influenza finden Sie hier.



Puten im Stall
Merkblatt des FLI mit Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in Kleinhaltungen

Informationen für Jäger

 Merkblatt für Jäger
(0,07 MB)

weitere Informationen zur Geflügelpest

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