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Aviäre Influenza / Geflügelpest

Geflügelpest, auch aviäre Influenza (AI) oder Geflügelgrippe genannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit, die bei zahlreichen Vogelarten auftritt.
Man unterscheidet bei den aviären Influenzaviren grundsätzlich zwischen den so genannten niedrig pathogenen ("wenig krank machenden") und den hoch pathogenen ("stark krank machenden") Influenzaviren.
Eine Infektion mit hoch pathogenen aviären Influenzaviren (HPAI) kann bei Nutzgeflügel, wie zum Beispiel bei Hühnern oder Puten, zu hohen Tierverlusten führen. Niedrig pathogene aviäre Influenzaviren (LPAI) rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitsanzeichen hervor. Diese Viren können sich jedoch zu hoch pathogenen Viren entwickeln.
Eine Infektion mit hochpathogenen aviären Influenzaviren (HPAI) von den Subtypen H5 oder H7 wird als Geflügelpest bezeichnet.
Weitere ausführliche Informationen über Geflügelpest lesen Sie hier.


Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Stand: 12.12.2017

Aktuelle Ausbrüche

Nachdem der Seuchenzug des vergangenen Winters im Mai vorerst erlosch, wird in der Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts vom 08.11.2017 darauf hingewiesen, dass seit Juni in Europa eine Reihe von Geflügelpestausbrüchen beim Geflügel und Wildvögeln gemeldet werden. Das FLI geht davon aus, dass sich das H5N8-Virus in Europa und in Deutschland immer noch in der Wildvogelpopulation hält.

Ausbrüche der Geflügelpest (HPAI H5N8) sowie niedrigpathogener AI (LPAI) in Deutschland in Geflügelbeständen

In Deutschland wurde der letzte Fall von Geflügelpest in einem Geflügelbestand am 09.05.2017 in einer Hobbyhaltung in Nordrhein-Westfalen festgestellt. Der letzte Ausbruch in Niedersachsen war am 6. April. Die Geflügelpest ist in allen Landkreisen erloschen. Inzwischen haben alle niedersächsischen Landkreise die Aufstallungspflicht für Geflügel aufgehoben.

Am 25.10.2017 wurde bei einer Gänsehaltung in Mecklenburg-Vorpommern und am 22.11.2017 in einer Gänse- und Entenhaltung in Rotenburg (Wümme) niedrigpathogenes Influenzavirus (LPAI) vom Subtyp H5N2 bestätigt.

Ausbrüche der Geflügelpest (HPAI H5N8) in Deutschland bei Wildvögeln

Am 28.08.2017 wurde erneut bei 3 toten oder moribunden Höckerschwänen in Sachsen-Anhalt und am 18.10.2017 eine Wildente in der Grafschaft Bentheim Geflügelpestvirus (HPAI) vom Subtyp H5N8 bestätigt.

Ausbrüche der Geflügelpest (HPAI H5N8) in Europa

>Seit Juni 2017 wurden vor allem in Luxemburg, Italien, England und in der Schweiz vereinzelt tote oder moribunde Wildvögel (Höckerschwäne, Stockenten, Wildgänse, Greifvögel) positiv auf HPAI (H5N8 und H5N5) getestet.

Die Niederlande bestätigten am 08.12.2017 in einem Entenbestand mit 8.000 Tieren in der Gemeinde Dronten im Flevoland einen Geflügelpestausbruch (HPAI). Der Subtyp H5N6 wurde bestätigt. Nach ersten genetischen Analysen handelt es sich um eine neue H5N6 Variante, die nicht mit dem zoonotischen Stamm aus Asien verwandt ist.

Italien bestätigte am 19.07.2017 in der Lombardei zwei HPAI H5N8-Ausbrüche. Zeitgleich waren eine Kleinsthaltung und ein Putenmastbetrieb betroffen. Seither hält das Geflügelpestgeschehen in Italien an. Aus der Region Verona und aus der Lombardei werden zahlreiche Ausbrüche mit bisher ca. 4.500.000 betroffenen Tieren gemeldet. Hauptsächlich sind Mastputen betroffen, aber auch Legehennen, Gänse, Enten, Rebhühner und Fasane. Zuletzt waren im Dezember eine Gemischthaltung mit Masthähnchen und Enten in Venetien und eine Putenhaltung mit 17.000 60 Tage alten weiblichen Puten in der Region Emilia-Romagna betroffen.

Bulgarien meldete zuletzt Anfang November 2017 HPAI H5N8-Ausbrüche in Geflügelhaltungen.


Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelgrippe

In Niedersachsen wird auch 2017 ein intensives Monitoring zum Vorkommen von aviären Influenzaviren bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt. In diesem Jahr wurden bereits über 800 Proben im Wildvogel-Monitoring untersucht.


Nach wie vor ist es besonders wichtig das Geflügel zu schützen. Es gilt, einen Eintrag von Influenzaviren in die Geflügelbestände zu verhindern. Insbesondere gilt es, die Kontakte zwischen den Beständen sowie zwischen Bestand und Wildvögeln so weit wie möglich zu unterbinden. Dazu gehört, dass Geflügelhalter besonders auf Biosicherheitsmaßnahmen achten und unklare Krankheits- oder Todesfälle schnellstmöglich durch einen Tierarzt abklären lassen.




 

Ein Verdacht auf Vogelgrippe ist bei dem jeweils zuständigen Veterinäramt zu melden. Auch das vermehrte Vorkommen toter Wildvögel, insbesondere von Enten und Gänsen, sollte dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Noch immer ist es besonders wichtig, dass vor allem Putenhalter Vorsorge treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Erregereintrag zu schützen. Dazu gehört vor allem eine konsequente Einhaltung und Optimierung der Biosicherheitsmaßnahmen.

 
Puten im Stall
Informationen für Jäger

 Merkblatt für Jäger
(0,07 MB)

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