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Aviäre Influenza / Geflügelpest

Geflügelpest, auch aviäre Influenza (AI) oder Geflügelgrippe genannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit, die bei zahlreichen Vogelarten auftritt.
Man unterscheidet bei den aviären Influenzaviren grundsätzlich zwischen den so genannten niedrig pathogenen ("wenig krank machenden") und den hoch pathogenen ("stark krank machenden") Influenzaviren.
Eine Infektion mit hoch pathogenen aviären Influenzaviren (HPAI) kann bei Nutzgeflügel, wie zum Beispiel bei Hühnern oder Puten, zu hohen Tierverlusten führen. Niedrig pathogene aviäre Influenzaviren (LPAI) rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitsanzeichen hervor. Diese Viren können sich jedoch zu hoch pathogenen Viren entwickeln.
Eine Infektion mit hochpathogenen aviären Influenzaviren (HPAI) von den Subtypen H5 oder H7 wird als Geflügelpest bezeichnet.
Weitere ausführliche Informationen über Geflügelpest lesen Sie hier.


Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Stand: 13.06.2017

Mit der fast zeitgleichen Feststellung der hochpathogenen aviären Influenza (Geflügelpest) vom Subtyp H5N8 im Zuge von Entensterben am Bodensee in Baden-Württemberg und am Plöner See in Schleswig Holstein begann Anfang November 2016 ein lang anhaltendes Tierseuchengeschehen.

Nicht nur in Niedersachsen, sondern deutschland- und europaweit war dies die heftigste und längste Geflügelpest-Epidemie seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt sind die Meldungen inzwischen stark rückläufig. Die Epidemie gilt als erloschen.

Ausbrüche der Geflügelpest H5N8 in Niedersachsen und in Deutschland

Bis zum Mai 2017 wurden in Deutschland über 1.150 Fälle der hochpathogenen aviären Influenza vom Typ H5N8 bei Wildvögeln (v. a. Wasservögel aber auch aasfressende Arten wie Greifvögel) aus allen Bundesländern und 106 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln gemeldet.

In Deutschland wurde der letzte Fall bei Geflügel am 09.05.2017 in einer Hobbyhaltung in Nordrhein-Westfalen festgestellt und die letzten positiven Wildvögel wurden am 09.05.2017 in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Seit November 2016 wurde die hochpathogene Form des Geflügelpestvirus H5N8 in insgesamt 45 niedersächsischen Hausgeflügelhaltungen nachgewiesen. Neben 43 kommerziellen Geflügelhaltungen (38 Putenmastbestände, drei Entenbestände, ein Gänse- und ein Legehennenbestand) in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta, Emsland, Diepholz, Wittmund, Ammerland und Oldenburg war jeweils eine Kleinsthaltung in den Landkreisen Northeim und Ammerland betroffen.
Der letzte Ausbruch in Niedersachsen war am 6. April. Die Geflügelpest ist in allen Landkreisen erloschen. Inzwischen haben alle niedersächsischen Landkreise die Aufstallungspflichten für Geflügel aufgehoben.

Bei Wildvögeln wurde das Geflügelpestvirus in 21 niedersächsischen Landkreisen nachgewiesen. Es wurden 45 Wildvögel positiv auf das hochpathogene H5N8-Virus getestet, bei einer Graugans konnte zudem der hochpathogene Subtyp H5N5 nachgewiesen werden.

Betroffene Landkreise

Betroffene Wildvogelarten

Ammerland, Braunschweig, Cloppenburg, Diepholz, Friesland, Göttingen, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Leer, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Nienburg, Oldenburg, Peine, Region und Stadt Hannover, Rotenburg, Stade, Stadt Wilhelmshaven, Wittmund, Wolfsburg

Reiherente, Höckerschwan, Wildente, Graugans, Nilgans, Wildgans, Bussard, Höckerschwan, Tauchente, Ringelgans, Seeadler, Schnatterente, Silbermöwe, Stockente,

Laut der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Loeffler Instituts vom 17.05.2017 ist das Eintragsrisiko als gering bis mäßig einzuschätzen.

Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe H5N8 in Europa

Aus 30 europäischen Ländern wurden Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 gemeldet. Besonders stark waren in diesem Jahr Wassergeflügelhaltungen in Frankreich (über 400 Ausbrüche) und in Bulgarien (über 60 Ausbrüche) betroffen. Die letzten Ausbrüche waren in einem Putenmastbetrieb am 30.05.2017 in Italien und in drei Kleinsthaltungen im Zeitraum vom 30.05. bis 01.06.2017 in Luxembourg. Insgesamt sind die Meldungen inzwischen stark rückläufig.

Maßnahmen zum Schutz vor Geflügelgrippe

In Niedersachsen wird auch 2017 ein intensives Monitoring zum Vorkommen von Vogelgrippeviren bei Wildvögeln und Geflügel durchgeführt. In diesem Jahr wurden bereits über 800 Proben im Wildvogel-Monitoring untersucht.

Nach wie vor ist es besonders wichtig das Geflügel zu schützen. Es gilt, einen Eintrag von Influenzaviren in die Geflügelbestände zu verhindern. Dazu gehört, dass Geflügelhalter besonders auf Biosicherheitsmaßnahmen achten und unklare Krankheits- oder Todesfälle schnellstmöglich durch einen Tierarzt abklären lassen



 

Ein Verdacht auf Vogelgrippe ist bei dem jeweils zuständigen Veterinäramt zu melden. Auch das vermehrte Vorkommen toter Wildvögel, insbesondere von Enten und Gänsen, sollte dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Noch immer ist es besonders wichtig, dass vor allem Putenhalter Vorsorge treffen, um ihre Geflügelbestände vor einem Erregereintrag zu schützen. Dazu gehört vor allem eine konsequente Einhaltung und Optimierung der Biosicherheitsmaßnahmen.

 
Puten im Stall
Informationen für Jäger

 Merkblatt für Jäger
(0,07 MB)

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