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Afrikanische Pferdepest (African Horse Sickness)

Stand: 28.01.2013


Was ist die afrikanische Pferdepest?

Diese anzeigepflichtige Viruserkrankung wird auch Afrikanische Pferdesterbe (engl. African Horse Sickness, AHS) genannt und betrifft Einhufer (Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel, Zebras), wobei Zebras und Esel selten schwer erkranken. Dagegen werden Pferde und Maultiere sehr krank und verenden häufig. Für Menschen und andere Tiere (außer Hunde durch Aufnahme von infiziertem Fleisch) ist das Virus nicht gefährlich. Bei Kamelen, kleinen Wiederkäuern, Büffeln und Elefanten konnten Antikörper nachgewiesen werden.

Die Erkrankung wird über bestimmte blutsaugende Insekten (insbesondere bestimmte Mückenarten) übertragen und ist in Afrika verbreitet. Aber auch in Spanien, Portugal und im mittleren Osten gibt es Gebiete, in denen die Seuche bereits aufgetreten ist. Durch den weltweiten Handel besteht die Möglichkeit der erneuten Einschleppung nach Europa.

Bei der afrikanischen Pferdepest kommt es zu Todesfällen, Aborten, Fieber, Schwellungen des Kopfes, Wasseransammlungen in der Lunge und Blutungen in den inneren Organen.

Wie erkennt man die Afrikanische Pferdepest?

Es gibt vier klassische klinische Verlaufsformen:

  1. Die akute oder Lungen-Form ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und eine hohe Atemfrequenz. Innerhalb weniger Stunden sterben die meisten betroffenen Tiere.
  2. Die subakute Herzform verläuft langsamer mit Fieber, Gewebeschwellungen an Kopf, Hals, Brust und Gliedmaßen. Es kommt zu Muskelschwäche und Koliksymptomen. Der Tod tritt nach 4 - 8 Tagen bei 50 % der Pferde ein.
  3. Die gemischte Verlaufsform tritt am häufigsten auf und ist eine Mischung aus den beiden ersten Formen und führt in 80 % der Fälle zum Tod innerhalb von 5 - 7 Tagen.
  4. Beim Pferdepest-Fieber (abortive Form) kommt es nach 5 – 8 Tagen zu leichtem Fieber, sonstige Störungen fehlen, deshalb wird es oft übersehen.

Wie wird die Afrikanische Pferdepest übertragen?

Der Virus wird beim Saugakt von infizierten Insekten auf den Einhufer übertragen. Pferde besitzen die höchste Empfänglichkeit. Esel und Zebras können über längere Zeit infiziert sein und Virus ausscheiden ohne schwer zu erkranken.

Eine Infektion kann ebenfalls über nicht desinfizierte Gegenstände übertragen werden, die mit dem Blut (z.B. Wunde) des Tieres in Berührung kommen.

Was tun bei Afrikanischer Pferdepest?

Die Afrikanische Pferdepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Verdacht muss der Amtstierarzt umgehend verständigt werden, der alles weitere veranlasst.

Um weitere Pferde vor dieser Erkrankung zu schützen, ist es wichtig, einen Verdacht oder ungeklärte Todesfälle, bei denen die oben genannten Erscheinungen aufgetreten sind, sofort anzuzeigen und nicht zu verschweigen.

Importierte Pferde aus gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden.

Die Anwendung von Mitteln, die Insekten vom Pferd fernhalten (Repellentien) ist empfehlenswert.

Auf Weiden und Paddocks sollte kein Wasser stehen, sondern eine gute Drainage vorhanden sein, um eine Vermehrung infizierter Mücken zu verhindern.

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