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Pest der kleinen Wiederkäuer

Stand: 22.01.2012


Was ist die Pest der kleinen Wiederkäuer?

Die Pest der kleinen Wiederkäuer ist eine gefährliche übertragbare Viruserkrankung, an der vor allem Schafe und Ziegen schwer erkranken und meist auch sterben. Empfänglich sind auch Schweine und Rinder, die aber häufig keine Krankheitserscheinungen zeigen. Krankheitsausbrüche gab es in der Vergangenheit aber bei einigen Wildwiederkäuern (Kamel, Hirsch, Gazelle, Büffel).
Die Erkrankung tritt in Mittel- und Ostafrika, im Nahen und Mittleren Osten und Indien auf. Es gibt regelmäßige Ausbrüche in der Türkei.

Der Mensch und andere Tierarten können sich nicht infizieren.

Wie erkennt man die Pest der kleinen Wiederkäuer?

Ziegen erkranken meistens schwerer als Schafe, wobei häufig ein Großteil der Herde betroffen ist. Jungtiere werden von dieser Erkrankung stärker in Mitleidenschaft gezogen als Alttiere. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen, wobei es zum plötzlichen Tod ohne vorherige Krankheitserscheinungen kommen kann.

Die akute Form ist charakterisiert durch schwerwiegende Entzündungen in der Maulhöhle und des Zahnfleischs, und löst dadurch starkes Speicheln bei den Wiederkäuern aus. Die Tiere zeigen zudem hohes Fieber, Mattigkeit und fressen nicht. Durch den wässrigen Nasen- und Augenausfluss bilden sich Krusten an den Augen und Nasenlöchern. Zusätzlich bekommen die Tiere Durchfälle und auch Lungenentzündungen. Viele der Tiere verenden.

Bei der chronischen Form herrschen Wucherungen an den Lippen vor.

Wie wird die Pest der kleinen Wiederkäuer übertragen?

Die Übertragung erfolgt durch engen Kontakt unter den Tieren. Das Virus wird über Nasen- und Rachensekret, mit der Tränenflüssigkeit und nach Beginn des Fiebers auch über den Kot ausgeschieden.

Was tun bei Pest der kleinen Wiederkäuer?

Die Pest der kleinen Wiederkäuer ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Verdacht muss der Amtstierarzt umgehend verständigt werden, der alles weitere veranlasst.

Schützen Sie Ihren eigenen Klauentierbestand, indem Sie alle betriebsfremden Personen, wie z. B. Tierärzte, Nachbarn oder Besucher, nur in betriebseigener Schutzkleidung den Stall betreten lassen.

Importierte Wiederkäuer aus gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden.

Verzichten Sie zum Schutz der heimischen Wiederkäuer auf Mitbringsel wie Wurst, Fleisch oder Trophäen von Wiederkäuern aus dem Urlaub im Ausland.

Ziege am Stall
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