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Vesikuläre Schweinekrankheit - SVD

Stand: 27.11.2012


Um was für eine Erkrankung handelt es sich?

Es handelt sich um eine Erkrankung, die von einem Virus (Enterovirus) verursacht wird. Sie wird auch als Swine Vesikular Disease - SVD oder Bläschenkrankheit bezeichnet.

Die Erkrankung tritt als Allgemeininfektion mit einem zyklischen Verlauf (in Schüben) auf. Typisch ist die Bildung von sog. Aphten (große Blasen) im Kopf und Klauenbereich sowie am Gesäuge der Schweine.

Sie ist mit ihren Symptomen nur sehr schwer von der Maul- und Klauenseuche zu unterscheiden. Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit MKS ist SVD eine anzeigepflichtige Krankheit, die staatlich bekämpft wird.

Welche Tiere werden von der SVD befallen?

Außer Schwein und Maus kann auch der Mensch befallen werden. Beim Schwein kommt es zu der oben beschriebenen Blasenbildung, beim Menschen kann eine Gehirnhautentzündung auftreten.

Ist SVD für den Menschen gefährlich?

Menschliche Infektionen sind in erster Linie bei Stall- und Laborpersonal beobachtet worden. Die Übertragung erfolgte nach engem Kontakt mit akut erkrankten Schweinen und ist bisher nicht über Lebensmittel beschrieben worden. Dennoch handelt es sich um eine Zoonose und der Mensch kann an der Virusinfektion erkranken.

Kann weiterhin Fleisch gegessen und Milch getrunken werden?

Durchgegartes Fleisch und Konsummilch können bedenkenlos verzehrt werden, da diese Lebensmittel auf mehr als 60° C erhitzt werden. Diese Temperaturen übersteht das Virus nicht.

Können Haus- und Heimtiere an SVD erkranken?

Hunde und Katzen können nicht erkranken. Kleinnager, die als Heimtiere gehalten werden, haben in der Regel keinen so engen Kontakt zu erkrankten Schweinehaltungen.

Wie kommt es zur Krankheitsübertragung?

Die Übertragung erfolgt vorwiegend direkt von Tier zu Tier durch Kontakt mit Nasensekret oder Kot anderer, erkrankter Tiere. Es gibt auch einen indirekten Übertragungsweg durch Personen mit schmutzigen Stiefeln oder ungenügend gereinigte und desinfizierte Transportfahrzeuge. Sehr gefährlich ist auch die illegale Verfütterung ungenügend erhitzter Speiseabfälle an Schweine.

Breitet sich die Erkrankung schnell aus?

Tritt SVD auf, so breitet sie sich sehr schnell aus, was daran liegt, dass das Virus sehr widerstandsfähig in der Außenwelt ist. In Jauche und Stallmist kann es bis 12 Wochen infektiös bleiben. Selbst wenn Transportfahrzeuge gereinigt wurden, hält sich das Virus noch mehrere Tage. Eine Desinfektion ist in jedem Falle erforderlich. Die Krankheit breitet sich jedoch langsamer aus als die Maul- und Klauenseuche mit der sie aufgrund der Symptomatik leicht zu verwechseln ist.

Welche Krankheitserscheinungen haben die Schweine?

Das Virus verursacht eine schwere fieberhafte Allgemeinerkrankung. Während der Inkubationszeit, also bis zum Auftreten der ersten Symptome, vergehen zwei bis sieben Tage in denen bereits Virus ausgeschieden wird. Die Tiere zeigen Fieber und Fressunlust. Es bilden sich Blasen an Rüsselscheibe, Zunge, Lippen, Zitzen und an den Klauen.

Das Virus vermehrt sich in zwei Phasen und die Krankheit kann nach Überstehen dieser Phasen wieder abheilen.

Sie ist leicht mit der Maul- und Klauenseuche zu verwechseln, da das Erscheinungsbild sehr ähnlich ist.

Sterben die infizierten Tiere an der Seuche?

Bei SVD ist die Erkrankungsrate zwar sehr hoch, es sterben aber nur bis zu 5 % der erkrankten Schweine.

Was geschieht mit erkrankten Tieren?

Im Falle des Seuchenausbruchs wird der gesamte Bestand getötet und entsorgt, damit sich die Erkrankung nicht weiter auf andere Bestände ausbreiten kann. Eine Impfung ist nicht möglich.

Verbreitung der Tierseuche?

Sie ist weltweit verbreitet und tritt derzeit innerhalb der EU in Italien auf.

Was muss man bei der Einreise nach Deutschland beachten, wenn man in einem Staat, in dem SVD aufgetreten ist, Bauernhöfe besucht hat?

Schuhe und Kleidung sind unbedingt zu desinfizieren. Außerdem ist jeder Kontakt mit Schweinen zu vermeiden.

Bei der Einreise werden die Reisenden möglicherweise aufgefordert Schuhe, Kleidung und ggf. Rollkoffer zu desinfizieren.

Das Mitbringen von Lebensmitteln aus diesem Betrieb und in der Regel aus dem ganzen Land stellt eine illegale Einfuhr dar und ist daher zu unterlassen.

Ferkel auf Weide
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