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West-Nil-Fieber

Stand: 26.10.2018


Aktuelles zum West-Nil-Fieber

West-Nil-Virus-Infektionen treten hauptsächlich bei Wildvögeln in Süd- und Südosteuropa auf. Pferde und Menschen können als sogenannte Fehlwirte ebenfalls infiziert werden.

In diesem Jahr werden vor allem aus Italien, Griechenland, Ungarn, Rumänien aber auch aus Serbien, Israel und weiteren Ländern West-Nil-Virus-Infektionen gemeldet. In Italien wird das Virus in einigen Gebieten regelmäßig in Proben von Mücken, Wildvögeln, Pferden und Menschen nachgewiesen (sog. endemisches Vorkommen des West-Nil-Virus). Ende August wurde erstmals in Deutschland bei einem Bartkauz aus Halle (Saale) das Virus nachgewiesen. Bis Ende Oktober wurden bei insgesamt 10 Eulen, Drosselvögel und Greifvögel positiv auf das West-Nil-Virus getestet. Außerdem wurde bei zwei Pferden aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt ebenfalls das West-Nil-Virus nachgewiesen.

Informationen zu dem Vorkommen von WNV-Infektionen in Europa erhalten Sie hier.


Was ist das West-Nil-Fieber?

Das West-Nil-Virus (WNV) ist ein aus Afrika stammendes Virus, das durch blutsaugende Mücken übertragen wird. Im natürlichen Wirtskreislauf wird es zwischen Vögeln und Stechmücken übertragen. Werden Menschen oder Pferde infiziert, vermehr sich das Virus in so geringen Mengen, das andere Menschen oder Pferde nicht infiziert werden können. Deshalb gelten Mensch und Pferd als sogenannte Fehlwirte ("dead-end-hosts"), von denen keine Infektionsgefahr ausgeht.

Das West-Nil-Virus ist eng verwandt mit dem Usutu-Virus, das ebenfalls Wildvögel infiziert. West-Nil-Fieber Virus ist nahezu auf der ganzen Welt (Afrika, Asien, Nordamerika, Europa) verbreitet. In den letzten Jahren traten in Griechenland, Serbien, Italien, Ungarn, Rumänien, Israel, Spanien, Portugal und Österreich Fälle auf, oftmals waren ebenfalls Menschen von der Infektion betroffen.

WNV-Infektionen bei Vögeln und Pferden zählen in Deutschland zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Neben dieser Anzeigepflicht sind bislang keine weiteren tierseuchenrechtlichen Maßnahmen vorgeschrieben.

Wie erkennt man West-Nil-Virus-Infektionen?

In den meisten Fällen bleiben die Infektionen mit dem West-Nil-Virus symptomlos. Jedoch erkranken einige Vogelarten besonders leicht. In einzelnen Fällen kann es auch zu Krankheitssymptomen bei Pferden und Menschen kommen.

Vogel
Bei Vögeln bleibt die Infektion in den meisten Fällen symptomlos. Vor allem Sperlingsvögel (v. a. Rabenvögel) und auch Greif- und Eulenvogelarten sind besonders empfänglich und erkranken leicht. Bei diesen Arten kann es zu massiven Epidemien mit gehäuften Todesfällen kommen. Bei schwereren Verläufen können neurologische Erscheinungen und Blutungen in Schnabel- und Kloakenregion festgestellt werden.
Wirtschaftsgeflügel ist weniger empfänglich, in der Literatur sind jedoch neurologische Erkrankungen beschrieben. Impfstoffe für Vögel stehen nicht zur Verfügung.

Pferd
Die Mehrzahl betroffener Pferde zeigt keine Symptomatik. Einige Pferde reagieren jedoch mit starken neurologischen Symptomen wie Stolpern, Nachhandlähmungen, Muskelzittern, Schwäche bis zum Festliegen. Ein Teil der Infektionen kann tödlich verlaufen. Seltener zeigen die Pferde eine fiebrige Allgemeinerkrankung. In Deutschland sind für Pferde aktuell drei Impfstoffe zugelassen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut hat aktuell eine Stellungnahme zur Immunisierung von Pferden gegen das West-Nil-Virus herausgegeben. Die StIKo Vet empfiehlt in den bereits betroffenen Gebieten die Impfung von Pferden. Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.

Mensch
Beim Menschen sind ca. 80% der Infektionen symptomlos, Die übrigen 20% der infizierten Personen zeigen einen grippalen Infekt mit Fieber, wodurch dieser klassische Verlauf auch als West-Nil-Fieber bezeichnet wird. Bei weniger als einem Prozent der infizierten Personen kann es zu schweren Verlaufsformen mit einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung kommen, die in seltenen Fällen (vor allem bei älteren Patienten) tödlich enden kann. Humane Impfstoffe stehen nicht zur

Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?

Der eigentliche Wirtskreislauf findet zwischen Stechmücken und Wildvögeln als Hauptwirt statt. Darüber hinaus kann ebenfalls eine Übertragung auf Säugetiere und Menschen stattfinden, wenn die Stechmücken zuvor von infizierten Vögeln Blut aufgenommen haben.

Bei Pferden, Menschen und anderen Fehlwirten werden im Blut keine ausreichend großen Mengen des Virus gebildet, so dass die Erkrankung nicht weitergegeben werden kann. Beim Menschen kann das WNV unter Umständen durch kontaminierte Blutspenden, von infizierten Müttern auf das ungeborene Kind oder während des Stillens auf das Kind übertragen werden.

Wie sollte man mit toten Wildvögeln umgehen?

Generell sollten tote oder kranke Vögel nicht angefasst oder mitgenommen werden. Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot aufgefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.

Was kann man gegen West-Nil-Virus-Infektionen tun?

Die West-Nil-Virus-Infektion ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Verdacht muss der Amtstierarzt umgehend verständigt werden.

Importierte Pferde aus gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden.

Die Anwendung von Mitteln, die Insekten vom Pferd fernhalten (Repellentien) ist empfehlenswert. Auf Weiden und Paddocks sollte kein Wasser stehen, um gegebenenfalls eine Vermehrung infizierter Stechmücken zu verhindern. Für Pferde, die in betroffene Gebiete reisen wird die Impfung gegen WNV empfohlen.

Um einer Übertragung der West-Nil Viren vorzubeugen, sollte man sich in betroffenen Gebieten vor Insektenstichen schützen.

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