Stand: 17.05.2013
Anzahl der nachgewiesenen Schmallenberg-Virus-Infektionen in Deutschland rückläufig
Die Anzahl der Meldungen von Schmallenberg-Virus-Infektionen ist deutlich zurückgegangen:
Stand: 17.05.2013, 09:00 Uhr
Niedersachsen:
383 Feststellungen des SB-Virus (147 Schafe, 6 Ziegen, 230 Rinder)
13 Verdachtsfälle
Gesamtes Bundesgebiet:
2468 Feststellungen des SB-Virus (964 Schafe, 49 Ziegen, 1446 Rinder, 9 Sonstige ( z. B. Wildwiederkäuer)
237 Verdachtsfälle
Die nebenstehende Karte enthält die in den Untersuchungseinrichtungen bestätigten Fälle, die in der nationalen Tierseuchendatenbank gemeldet wurden. Ferner werden Verdachtsfälle abgebildet, die ebenfalls in der o. g. Datenbank gemeldet wurden.
Nach derzeitigem Kenntnisstand steht fest, dass es sich bei dem Schmallenbergvirus um ein bisher unbekanntes Virus handelt. Es befällt, wie oben dargestellt, Wiederkäuer.
Hinweise auf ein Risiko für Infektionen bei Menschen werden nach den Studien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und des European Center for Disease Control and Prevention nicht gesehen.
Das Virus zeigt einen hohen Verwandtschaftsgrad zu bekannten Erregern der Gruppen von Akabane-, Aino- und Shamondaviren. Diese Viren kommen in Amerika, Afrika, Asien und Australien vor und sind dort bei Wiederkäuern für eine ähnliche Erkrankung wie hier das Schmallenbergvirus verantwortlich. In Deutschland wird das Virus nach der Probenherkunft als „Schmallenberg-Virus" bezeichnet. Die Übertragung des Virus erfolgt transplazentar (von der Mutter auf das Kalb/Lamm) und über Arthropoden. Bereits in mehreren Studien wurde das Schmallenbergvirus in Gnitzen (Culicoides obsoletus Gruppe) nachgewiesen.
Aufgrund der genetischen Verwandtschaft zwischen dem Akabane-Virus und dem Schmallenberg-Virus und einer wahrscheinlich gleichartigen Krankheitsentstehung ist eine ähnliche Epidemiologie wie beim Akabane-Virus möglich. Das morphologische Bild der Schmallenberg-Virus-assoziierten Missbildungen ähnelt den in der Literatur beschriebenen Veränderungen nach intrauteriner Akabane-Virus-Infektion (Akabane). Bei Schafen und Ziegen werden nach der Akabane-Virus-Infektion meistens Fehlbildungen beobachtet, wenn die Infektion der Muttertiere mit dem Virus zwischen dem 28. und 56. Tag der Trächtigkeit, beim Rind ca. zwischen dem 80. bis 150. Tag, erfolgte.Das FLI hat diesen neuartigen Erreger („Schmallenberg-Virus"; Genus Orthobunyavirus) erstmalig bei Rindern in Deutschland im Oktober 2011 nachgewiesen. Später meldeten auch die Niederlande, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Spanien und Dänemark z. T. zahlreiche Fälle von „Schmallenberg-Virus" in ihren Schaf-, Rinder- und Ziegenhaltungen.
Um weitere Erkenntnisse über die Krankheit zu erhalten und die mögliche Ausbreitung des „neuen" Erregers besser einschätzen zu können, ist es wichtig, dass betroffene Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter oder die betreuenden Hoftierärzte das Auftreten missgebildeter Kälber und Lämmer ihrem zuständigen Veterinäramt melden. Derzeit erscheint die Untersuchung von Gehirnproben und Fruchtwasser für den Nachweis des „Schmallenberg-Virus" erfolgversprechend. Zur Abklärung auf „Schmallenberg-Virus" sollten daher ganze Tierkörper oder abgetrennte Schädel an die Untersuchungseinrichtungen eingesandt werden. In Niedersachsen werden die Untersuchungen bei begründeten Verdachtsfällen auf Grund missgebildeter Kälber-, Schaf-, und Ziegenlämmer im LVI Braunschweig/Hannover oder dem LVI Oldenburg des LAVES durchgeführt.
Für den Erregernachweis in der akuten Infektion eignen sich Serum- oder EDTA-Blutproben. Diese müssen während der klinischen Phase (Fieber, Milchrückgang, Durchfall) entnommen werden, da die Virämiephase sehr kurz ist (Rind 1-5 Tage Informationen des FLI zum Schmallenbergvirus Stand 11.4.2012).
Zur Veranschaulichung der morphologischen Veränderungen wurde von den Veterinärpathologen des LAVES eine Bilder-Übersicht im Anhang erstellt.
Niedersachsen Portal