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Rotz bei einem Pferd in Niedersachsen

Stand: 03.03.2015

Bei einem Pferd aus Niedersachsen hat sich der Verdacht auf die Infektionskrankheit „Rotz" bestätigt. Es war im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung für den Export in die USA Ende November 2014 aufgefallen. Die Infektion wurde nach weitergehenden Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) jetzt amtlich festgestellt. Das Pferd wurde seit November 2014 in einem Bestand im Landkreis Osnabrück gehalten. In Deutschland war die Infektionskrankheit seit 1956 nicht mehr nachgewiesen worden.

Das Pferd zeigte während des gesamten Untersuchungszeitraumes keine klinischen Erscheinungen. Vor dem Hintergrund der unerklärlichen positiven Ergebnisse und der epidemiologischen Rotzsituation in Deutschland wurde das Pferd am 13. Dezember 2014 diagnostisch getötet. Die bakteriologischen und molekularbiologischen Untersuchungen der Organe verliefen negativ; im Rahmen der immunhistologischen Untersuchungen war keine eindeutige Aussage bezüglich des Nachweises von Burkholderia mallei möglich. Daraufhin wurden gezielt Hautproben molekularbiologisch untersucht. In diesen Proben hat das FLI nun „Rotz"-spezifische DNA nachgewiesen, die Infektion wurde somit am 27.01.2015 amtlich bestätigt.

Die übrigen Pferde des Bestandes wurden zwischenzeitlich dreimal mit negativem Ergebnis im Abstand von jeweils zwei Wochen untersucht. In Beständen, in denen sich das Pferd vorher befand, werden nun weitere Untersuchungen durchgeführt. Wie sich das betroffene Pferd infiziert hat, ist bisher nicht geklärt.

Die bakterielle Infektionskrankheit „Rotz" (Burkholderia Mallei) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, tritt vornehmlich bei Einhufern (Pferde, Esel, Maultiere, Zebras) auf und wird durch Körpersekrete übertragen. Die Erkrankung kann in Form knotiger und geschwülstiger Entzündungen in der Haut (Hautrotz), der Nasenschleimhaut (Nasenrotz) und der Lunge (Lungenrotz) auftreten. Bei Pferden dominiert die chronische oder latente Verlaufsform, wodurch sich die Krankheit manchmal auch unerkannt verbreitet.

„Rotz" kann auch auf andere Säugetiere und - bei engem direktem Kontakt zu erkrankten Tieren - auch auf den Menschen übertragen werden, etwa über kleine Hautläsionen. In der Vergangenheit waren Ansteckungen bei Menschen selbst bei hohen Erkrankungs-häufigkeiten in der Pferdepopulation aber sehr selten. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war „Rotz" weltweit verbreitet, wurde in Westeuropa und Nordamerika aber in den fünfziger Jahren weitgehend ausgerottet. In Deutschland trat der letzte Fall bei Pferden 1956 auf. Zuletzt war die Krankheit in Südamerika und Asien wieder vermehrt aufgetaucht.

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