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Geflügelpest

Aktuelle Lage zur Geflügelpest

Rechtsvorschriften zur Geflügelpest

Was ist Geflügelpest?

Die Geflügelpest ist eine hochansteckende Viruskrankheit von Hühnern und Puten, aber auch viele anderen Vögel sind empfänglich.

Fleisch und Eier von infiziertem Geflügel können nach Erhitzung ohne Bedenken verzehrt werden.

Die Geflügelpest richtet nicht nur bei den erkrankten Tieren selbst großen Schaden an. Verheerend sind auch die großen wirtschaftlichen Folgen aufgrund von Handelssperren, Sperren um den Seuchenherd und schwerwiegenden Problemen im Absatz von Tieren und ihren Produkten auf dem Markt.

Wie erkennt man Geflügelpest?

Die Geflügelpest ist eine hochakut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung, die sich sehr schnell über größere Gebiete ausbreitet. Nach einer kurzen Inkubationszeit (ein bis fünf, maximal 21 Tage) erkranken die Tiere. Betroffene Tiere zeigen folgende Symptome:

  • hohes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Drastischer Rückgang der Legeleistung
  • Hochgradige Apathie
  • Ausgeprägtes Kropfödem
  • Blaufärbung von Kamm und Kehllappen
  • Wässrig-schleimiger, grünlicher Durchfall

Es gibt plötzlich auftretende zahlreiche Todesfälle.

Wie wird Geflügelpest übertragen?

  • Direkt über die Tiere: infizierte Vögel scheiden das Virus über die Luftwege sowie über Sekrete und Exkrete aus. Durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier im Stall oder auf dem Transport breitet sich das Virus sehr schnell aus.
  • Insbesondere wild lebende Wasservögel sind häufig Virusüberträger. Sie erkranken selbst nicht an Geflügelpest, verschleppen das Virus aber auch über große Entfernungen.
  • Das Virus verbreitet sich auch über die Luft.
  • Indirekt: über Menschen, Fahrzeuge, Mist, Futter oder Transportkisten kann der Seuchenerreger übertragen bzw. verschleppt werden. Der Mensch ist ein bedeutsamer Überträger der Seuche: über nicht gereinigte und desinfizierte Kleider, Schuhe oder Hände kann er die Krankheit weiter verbreiten.

Was tun bei Geflügelpest?

Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Ein Verdacht muss sofort dem zuständigen örtlichen Veterinäramt mitgeteilt werden. Verdächtig sind Krankheitserscheinungen, die bei mehreren Hühnern oder Puten gleichzeitig oder in kurzen Abständen mit ähnlichen Anzeichen auftreten. Zur Überprüfung des Verdachtes auf Geflügelpest entnehmen die Veterinärbehörden Proben. Diese werden zur Untersuchung in spezielle amtliche Labore gebracht. Bestätigt sich der Verdacht nach der Untersuchung der Proben, werden vor Ort Maßnahmen für den Seuchenbetrieb, einen 3 km großen Sperrbezirk und ein 10 km großes Beobachtungsgebiet angeordnet. Da der Mensch die Seuche übertragen kann, gilt: im Seuchengebiet unbedingt an die amtlichen Maßnahmen halten, um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern.

Hinweis für Tierärzte/innen und Landwirte/innen: Die Geflügelpest ist zwar nicht über Geflügelprodukte auf den Menschen übertragbar, bei Personen, die direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel haben, kann es aber zu Grippesymptomen kommen. Im Falle eines Ausbruches der Geflügelpest, wird diesen Personen daher eine Grippeschutzimpfung und die Einnahme eines Virus hemmenden Mittels empfohlen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Schon beim geringsten Geflügelpest-Verdacht unbedingt den Tierarzt/die Tierärztin informieren! Denn ein nicht geäußerter Verdacht kann verheerende Folgen haben, ein unbegründet geäußerter hat dagegen keine.

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