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Aktuelle Lage zur Geflügelpest

Stand: 26.11.2014

Immer mehr Landkreise ordnen die Stallpflicht an.

27.11.14: Aufstallungsgebote:

Landkreis Diepholz: Gemeinde Wagenfeld, die Samtgemeinden Altes Amt Lemförde, Rehden, Kirchdorf, Siedenburg, Barnstorf, Schwaförden und die Städte Diepholz, Sulingen, Twistringen und Bassum (ab sofort)

Landkreis Aurich (ab sofort)

Die Landkreise Leer, Oldenburg und Stade kündigen eine Aufstallungspflicht ab dem 29.11.14 an.

26.11.14: Aufstallungsgebote:

Landkreis Ammerland (ab sofort)

Landkreise Friesland, Wesermarsch, Wittmund und der Stadt Wilhelmshaven (ab 29.11.14).

Landkreis Osnabrück: Aufstallpflicht für die Gebiete Attersee und Rubbenbruchsee (beides Stadt Osnabrück), Hahnenmoor (Gemeinden Berge und Menslage), Kronensee (Gemeinde Ostercappeln), Alfsee bis Dümmer und Elseniederung (Stadt Melle) (ab sofort).

Stand: 26.11.2014

Die Risikobeurteilung zum aktuellen Geflügelpestgeschehen finden sie auf der Interenetseite des Friedrich-Loeffler-Instituts (http://www.fli.bund.de/fileadmin/dam_uploads/Publikationen/Risikobewertungen/HAPI_H5-Risikobewertung_20141125.pdf)

Vorsorglich haben in Niedersachsen die Landkreise Emsland, Grafschaft Bentheim, Cloppenburg und Vechta Aufstallungsanordnungen erlassen.

Am 22.11.2014 wurde bei einem Wildvogel (Krickente) die Aviäre Influenza vom aktuell zirkulierenden H5N8-Subtyp festgestellt. In Mecklenburg-Vorpommern gilt für Hühner, Puten, Enten und anderes Nutzgeflügel die Stallpflicht.

In den Niederlanden wurde in dem Legehennenbestand in Ter Aar (Süd-Holland) ebenfalls der Subtyp H5N8 festgestellt. Es handelt sich um die gleiche Variante wie in dem ersten Ausbruchsbetrieb in Hekendorp. Der Bestand in Ter Aar wurde geräumt.
Am 21.11.2014 wurde auf einer Geflügelfarm mit 10.000 Mastelterntieren in Kamperveen ebenfalls Aviäre Influenza festgestellt.

Dritter Ausbruch der Geflügelpest in den Niederlanden

21.11.2014: Auf einer Geflügelfarm in Kamperveen (Overijssel, 8278) wurde am 21. November ein Ausbruch der Vogelgrippe (Geflügelpest, AI) der H5-Variante festgestellt. Es ist eine Geflügelfarm mit insgesamt rund 10.000 Tieren betroffen. Der Betrieb wird so bald wie möglich geräumt. Die Räumung erfolgt durch die Dutch Food und Verbraucherbehörde (nVWA).
Es ist eine Infektion mit H5, allerdings ist noch nicht klar, ob es sich um eine niedrig pathogene oder hoch pathogene Variante handelt. Die Analyse durch das CVI muss dies feststellen. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse dieser Analyse so bald wie möglich verfügbar sind. Im 10 Kilometer Radius sind 34 weitere Geflügelfarmen angesiedelt.
Die Entfernung vom Ausbruch in Kamperveen bis Hekendorp beträgt etwa 92 Kilometer.

20.11.2014: Am 20.11.2014 wurde in Ter Aar (Süd-Holland, 2461) in einem Legehennenbestand mit insgesamt 43.000 Tieren in drei Ställen Geflügelpest (H5) nachgewiesen. Der Bestand wurde geräumt. Ab dem 20.11.2014, 14.00 Uhr gilt ein totales Verkehrsverbot für Geflügel und Geflügelprodukte (Stand-Still). Auch Hobbyhalter müssen Geflügel erneut aufstallen.

14.11.2014: In den Niederlanden wurde am 14.11.2014 in einem Legehennenbestand mit 150.000 Tieren in Hekendorp (3467) in der Nähe von Utrecht Aviäre Influenza (Subtyp H5N8) festgestellt. Ein umfassendes 72-h-Stand-Still wurde verhängt (bis 19.11.2014, 11:30 Uhr). Die Entfernung bis Niedersachsen beträgt 150 Kilometer.

Geflügelpest in Großbritannien

In einem Entenzuchtbestand mit 6.000 Tieren wurde am 16.11.2014 in North Yorkshire Aviäre Influenza (H5) festgestellt.

Ausbruch der Geflügelpest bei Mastputen im Landkreis Vorpommern-Greifswald

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg Vorpommern teilte am 05.11.2014 mit, dass bei den Tieren einer Mastputenhaltung im Landkreis Vorpommern-Greifswald, hochpathogenes aviäres Influenzavirus vom Subtyp H5N8 und damit Geflügelpest festgestellt wurde. Es handelt sich dabei um das erstmalige Auftreten dieses bisher nur aus dem asiatischen Raum bekannten Virustyps in Deutschland.

Seit April diesen Jahres gab es keinen Ausbruch der niedrigpathogenen Aviären Influenza in Deutschland.

Zuletzt wurde in einem Aufzuchtbetrieb in den USA die milde Form der Vogelgrippe (Serotyp H7) am 22.08.2014 amtlich festgestellt. Betroffen waren 44.000 Stockenten und 7.200 Fasane. Alle erforderlichen Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Tierseuche wurden getroffen.

Außerdem wurden außerhalb der europäischen Union mehrere Ausbrüche mit dem hoch pathogenen Influenzavirus gemeldet. Häufig betroffen ist vor allem China, zuletzt im August 2014 mit dem Serotyp H5N6.

Informationen zur Aviären Influenza (AI)

Bei den aviären Influenzaviren kann man grundsätzlich zwischen zwei Gruppen, den so genannten niedrig pathogenen ("wenig krank machenden") und den hoch pathogenen ("stark krank machenden") Influenzaviren, unterscheiden. Die hoch pathogenen aviären Influenzaviren (insbesondere H5N1) können bei Nutzgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern oder Puten zu hohen Tierverlusten führen. Die niedrig pathogenen Influenzaviren rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitsanzeichen hervor, da diesen Viren die Eigenschaften zum Auslösen einer schweren Erkrankung fehlen.

Da die Influenza-Viren in Wildvögeln überleben können, kann es immer wieder zu Ausbrüchen der AI kommen, die gelegentlich - auch bei Einhaltung aller Schutzmaßnahmen - auf Hausgeflügelbestände übergreifen können.

Für Menschen besteht keine Gefahr!

In Deutschland und den Niederlanden wie auch in den anderen EU-Mitgliedstaaten werden regelmäßig Untersuchungen in Geflügelbeständen und bei Wildvögeln durchgeführt. Diese haben bisher keine Hinweise auf ein Influenzageschehen gegeben.

Wildvögel (insbesondere Enten) sind häufig stille Träger der niedrig pathogenen Formen der aviären Influenza. Möglicherweise ist hier die Einschleppungsursache zu vermuten.

Biosicherheitsmaßnahmen

Auch bei der wenig ansteckenden Variante der Vogelgrippe besteht immer die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel hoch ansteckenden Krankheit. Bis der derzeitige Weg der Infektion nicht geklärt ist, muss alles getan werden, um mögliche weitere Infektionen zu verhindern. Dazu gehören Hygienemaßnahmen (Schleusen, Desinfektionsmatten, Schutzkleidung für Besucher - die lieber draußen bleiben sollten!) und Dokumentationsmaßnahmen (Besucherbuch - auch der Elektriker gehört da rein!, Aufschreiben von Lieferungen in und aus dem Bestand...). Das gilt auch für private Bestände. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz aller kommerziellen und privaten Geflügelhaltungen.

Allgemeine Informationen zur Aviären Influenza

Die Geflügelpestverordnung des Bundes vom 18.12.2009 sieht wegen der Gefahr der Übertragung von Geflügelpestviren vom Wildgeflügel auf im Freiland gehaltenes Hausgeflügel eine Pflicht zur Aufstallung aller Bestände vor. Die Aufstallungspflicht gilt grundsätzlich für alle Geflügelhalter, auch für sogenannte Hobbytierhaltungen. Ausnahmen sind nur nach einer Risikoabschätzung und nur in Gebieten möglich, die nicht in definierten Risikobereichen liegen. Zu diesen Risikobereichen werden unter anderem die von Niedersächsischen Umweltministerium veröffentlichten "avifaunistisch wertvollen Gebiete" gezählt. Das sind jene Regionen, in denen wichtige Brutvogelgebiete liegen.

Detaillierte Informationen für einzelne Geflügelhalter erteilt das zuständige Veterinäramt.

Die aktuellen Rechtsvorschriften finden Sie links neben diesem Artikel.

Wenn bei Wildvögeln ein Fall von Geflügelpest auftritt, sind Maßnahmen zu ergreifen, um ein Übergreifen der Infektion auf Hausgeflügelbestände zu verhindern.

So sind um jeden Fundort eines infizierten Wildvogels ein Sperrbezirk von mindestens 3 Kilometer Radius und ein Beobachtungsgebiet von mindestens 10 km Radius einzurichten. In diesen Zonen ist u. a. alles Geflügel zu untersuchen, müssen sorgfältige Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt und Handelsbeschränkungen beachtet werden. Im Beobachtungsgebiet (einschließlich Sperrbezirk) dürfen Hunde und Katzen nicht frei umherlaufen. Diese Einschränkungen gelten für 30 Tage, sofern keine neuen Fälle auftreten.

Nach einer Risikobewertung durch das Veterinäramt, die zu dem Ergebnis kommt, dass kein Risiko der Übertragung auf Hausgeflügelbestände besteht, kann auch auf die Einrichtung von Sperrbezirk und/oder Beobachtungsgebiet verzichtet werden. Besteht ein nur geringes Risiko der Übertragung, kann an deren Stelle ein sogenanntes Sperrgebiet von mindestens 1 km Radius mit einem verkleinerten Beobachtungsgebiet von mindestens 3 km Radius eingerichtet werden.

Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest gestorben sein! Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.

Tote oder kranke Vögel bitte nicht anfassen oder mitnehmen.

Bitte informieren Sie auch Ihre Kinder entsprechend.

Zur Minderung eines Übertragungsrisikos unter den Vögeln sollte das Füttern von Enten, Gänsen oder Schwänen unterbleiben.

Eine Gefährdung der Bevölkerung ist nach wir vor nicht gegeben. Die aus anderen Ländern berichteten Infektionen bei Menschen erfolgten erst nach intensiven direkten Kontakten zu infiziertem Hausgeflügel. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass dort, wo Mensch und Geflügel unter einem Dach eng miteinander leben, aus Sicht der Seuchenhygiene wesentlich schlechtere Bedingungen herrschen als in unseren Regionen mit einer ganz anderen Struktur der Tierhaltung.

Auch der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius - und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung - sicher abgetötet wird.

Alle zuständigen Behörden beobachten aufmerksam den weiteren Verlauf der Geflügelpest in Europa. Aufgrund umfangreicher Vorbereitungsmaßnahmen ist man heute gut gerüstet und hat die notwendigen Alarm- und Krisenpläne vorbereitet.

Nur bei strikter Beachtung der eingeleiteten Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko eines großflächigen Seuchenausbruches beim Nutzgeflügel in Deutschland begrenzen. Bitte helfen Sie den Behörden dabei durch Ihr Verhalten.

Übrigens: die Wahrscheinlichkeit, an einer schweren "Grippe" (Influenza des Menschen) zu sterben, ist ganz erheblich höher, als sich mit Geflügelpest zu infizieren! Gegen Influenza können Sie sich impfen lassen. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto höher der Schutz der Bevölkerung. Weitere Informationen kann Ihnen Ihre Hausärztin / Ihr Hausarzt geben.

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