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Aktuelle Lage zur Aviären Influenza

Stand: 11.06.2015

Vogelgrippe im Landkreis Emsland bestätigt

Im Landkreis Emsland ist in einem Betrieb mit ca. 36.000 Legehennen in Freilandhaltung die milde Form der Vogelgrippe festgestellt worden. Eigenkontrollergebnisse haben zu dem Verdacht geführt, der sich durch die Untersuchung von amtlichen Proben im Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigt hat.

Untersuchungen im nationalen Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems haben ergeben, dass es sich um die niedrigpathogene Form der Aviären Influenza (LPAI) des Subtyps H7N7 handelt. Die milde Form der Vogelgrippe ist für den Menschen nicht gefährlich.

Der Landkreis Emsland trifft alle erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche. Diese Maßnahmen umfassen u. a. die Einrichtung eines Sperrgebietes mit einem Radius von einem Kilometer um das Seuchengehöft. Geflügel darf in diesem Gebiet weder hinein- noch herausgebracht werden. Es laufen epidemiologische Ermittlungen, um die Ursache der Seuche und ggf. weitere Kontaktbetriebe zu ermitteln.

Die Pressemitteilung finden Sie hier.

Der letzte Ausbruch der Aviären Influenza vom Subtyp H7 in Niedersachsen wurde im März 2015 in einem Geflügelbestand im Landkreis Cuxhaven festgestellt.

Mit Aufhebung des Beobachtungsgebietes im Landkreis Emsland ist die Geflügelpest (H5N8) in Niedersachsen erloschen.

Viele Landkreise und kreisfreie Städte haben die Stallpflicht mittlerweile aufgehoben oder es gilt eine partielle Stallpflicht. Die tierseuchenbehördlichen Allgemeinverfügungen finden Sie auf den jeweiligen Internetseiten der Landkreise.

Eine Übersichtskarte mit den Aufstallungsanordnungen in Niedersachsen finden Sie hier.

Nachdem in den Landkreisen Cloppenburg und Emsland in der zweiten Dezemberhälfte 2014 jeweils ein Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza H5N8 festgestellt wurde, mussten insgesamt ca. 130.000 Stück Geflügel getötet werden, um eine Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern.

Im Zuge der Bekämpfung wurden von den kommunalen Veterinärbehörden insgesamt ca. 10.000 Proben genommen. Die Untersuchungen wurden im Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsinstitut des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit durchgeführt.

Das Bundesministerium hat am 22.12.2014 eine Eil-Verordnung (Geflügelverbringungsbeschränkungsverordnung (GeflVerbBeschränkV)) erlassen. Diese wurde am 18.01.2015 geändert (konsolidierte Fassung) und verpflichtet alle Enten- und Gänsehalter vor Transporten Untersuchungen auf hochpathogenes aviäres Influenza-A-Virus der Subtypen H5 und H7 vornehmen zu lassen. Je Sendung sind 60 Tiere zu beproben. Handelt es sich um weniger als 60 Tiere, sind alle Enten oder Gänse zu untersuchen.

Eine Gefahr für den Menschen besteht nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nicht.

In Niedersachsen werden regelmäßig Monitoring-Untersuchungen in Hausgeflügelbeständen und bei Wildvögeln durchgeführt. Im Hausgeflügelmonitoring sind bisher mehr als 2.500 Proben aus etwa 200 Beständen untersucht worden. Im Wildvogelmonitoring sind bisher etwa 770 Proben untersucht worden. Alle Untersuchungen auf das Vogelgrippevirus waren negativ.

Die hochpathogene aviäre Influenza vom Typ H5N8 wurde am 5. November 2014 in einem Geflügelbestand in Mecklenburg-Vorpommern und in einer Krickente festgestellt. Dort sind keine weiteren Fälle aufgetreten. Sämtliche Restriktionen wurden daher zum 10. Dezember 2014 aufgehoben. Dieser Virustyp wurde im November 2014 ebenfalls in fünf Geflügelbeständen in den Niederlanden und in einem Entenbestand in Großbritannien, in den Niederlanden auch in zwei Wildenten diagnostiziert. In beiden Mitgliedstaaten sind bisher keine weiteren Fälle in Hausgeflügelbeständen aufgetreten. Aufgrund dieser Fälle müssen Geflügelhalter in weiten Teilen Niedersachsens ihre Tiere bereits seit Ende November in Ställen halten.

Informationen zur Aviären Influenza (AI)

Bei den aviären Influenzaviren kann man grundsätzlich zwischen zwei Gruppen, den so genannten niedrig pathogenen ("wenig krank machenden") und den hoch pathogenen ("stark krank machenden") Influenzaviren, unterscheiden. Die hoch pathogenen aviären Influenzaviren (insbesondere H5N1) können bei Nutzgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern oder Puten zu hohen Tierverlusten führen. Die niedrig pathogenen Influenzaviren rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitsanzeichen hervor, da diesen Viren die Eigenschaften zum Auslösen einer schweren Erkrankung fehlen.

Da die Influenza-Viren in Wildvögeln überleben können, kann es immer wieder zu Ausbrüchen der AI kommen, die gelegentlich - auch bei Einhaltung aller Schutzmaßnahmen - auf Hausgeflügelbestände übergreifen können.

Die aktuellen Rechtsvorschriften finden Sie links neben diesem Artikel.

Für Menschen besteht keine Gefahr!

In Deutschland und den Niederlanden wie auch in den anderen EU-Mitgliedstaaten werden regelmäßig Untersuchungen in Geflügelbeständen und bei Wildvögeln durchgeführt. Diese haben bisher keine Hinweise auf ein Influenzageschehen gegeben.

Wildvögel (insbesondere Enten) sind häufig stille Träger der niedrig pathogenen Formen der aviären Influenza. Möglicherweise ist hier die Einschleppungsursache zu vermuten.

Biosicherheitsmaßnahmen

Auch bei der wenig ansteckenden Variante der Vogelgrippe besteht immer die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel hoch ansteckenden Krankheit. Bis der derzeitige Weg der Infektion nicht geklärt ist, muss alles getan werden, um mögliche weitere Infektionen zu verhindern. Dazu gehören Hygienemaßnahmen (Schleusen, Desinfektionsmatten, Schutzkleidung für Besucher - die lieber draußen bleiben sollten!) und Dokumentationsmaßnahmen (Besucherbuch - auch der Elektriker gehört da rein!, Aufschreiben von Lieferungen in und aus dem Bestand...). Das gilt auch für private Bestände. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz aller kommerziellen und privaten Geflügelhaltungen.

Auftreten von Geflügelpest (H5N1) bei Wildvögeln

Wenn bei Wildvögeln ein Fall von Geflügelpest auftritt, sind Maßnahmen zu ergreifen, um ein Übergreifen der Infektion auf Hausgeflügelbestände zu verhindern.

So sind um jeden Fundort eines infizierten Wildvogels ein Sperrbezirk von mindestens 3 Kilometer Radius und ein Beobachtungsgebiet von mindestens 10 km Radius einzurichten. In diesen Zonen ist u. a. alles Geflügel zu untersuchen, müssen sorgfältige Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt und Handelsbeschränkungen beachtet werden. Im Beobachtungsgebiet (einschließlich Sperrbezirk) dürfen Hunde und Katzen nicht frei umherlaufen. Diese Einschränkungen gelten für 30 Tage, sofern keine neuen Fälle auftreten.

Nach einer Risikobewertung durch das Veterinäramt, die zu dem Ergebnis kommt, dass kein Risiko der Übertragung auf Hausgeflügelbestände besteht, kann auch auf die Einrichtung von Sperrbezirk und/oder Beobachtungsgebiet verzichtet werden. Besteht ein nur geringes Risiko der Übertragung, kann an deren Stelle ein sogenanntes Sperrgebiet von mindestens 1 km Radius mit einem verkleinerten Beobachtungsgebiet von mindestens 3 km Radius eingerichtet werden.

Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest gestorben sein! Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.

Tote oder kranke Vögel bitte nicht anfassen oder mitnehmen.

Bitte informieren Sie auch Ihre Kinder entsprechend.

Zur Minderung eines Übertragungsrisikos unter den Vögeln sollte das Füttern von Enten, Gänsen oder Schwänen unterbleiben.

Eine Gefährdung der Bevölkerung ist nach wir vor nicht gegeben. Die aus anderen Ländern berichteten Infektionen bei Menschen erfolgten erst nach intensiven direkten Kontakten zu infiziertem Hausgeflügel. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass dort, wo Mensch und Geflügel unter einem Dach eng miteinander leben, aus Sicht der Seuchenhygiene wesentlich schlechtere Bedingungen herrschen als in unseren Regionen mit einer ganz anderen Struktur der Tierhaltung.

Auch der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius - und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung - sicher abgetötet wird.

Alle zuständigen Behörden beobachten aufmerksam den weiteren Verlauf der Geflügelpest in Europa. Aufgrund umfangreicher Vorbereitungsmaßnahmen ist man heute gut gerüstet und hat die notwendigen Alarm- und Krisenpläne vorbereitet.

Nur bei strikter Beachtung der eingeleiteten Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko eines großflächigen Seuchenausbruches beim Nutzgeflügel in Deutschland begrenzen. Bitte helfen Sie den Behörden dabei durch Ihr Verhalten.

Übrigens: die Wahrscheinlichkeit, an einer schweren "Grippe" (Influenza des Menschen) zu sterben, ist ganz erheblich höher, als sich mit Geflügelpest zu infizieren! Gegen Influenza können Sie sich impfen lassen. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto höher der Schutz der Bevölkerung. Weitere Informationen kann Ihnen Ihre Hausärztin / Ihr Hausarzt geben.

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