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Aktuelle Lage zur Geflügelpest

Stand: 20.12.2014

Im Landkreis Emsland ist in einem Entenmastbetrieb mit ca. 10.100 Tieren die Geflügelpest ausgebrochen. Untersuchungen im Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Riems führten zu dem Ergebnis, dass es sich um den Subtyp H5N8 handelt. Der Landkreis Emsland hat um den Ausbruchsbetrieb einen Sperrbezirk von 3 km und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von ca. 10 km eingerichtet.

Seit dem 19.12.2014 um 18.00 Uhr gilt das Stand-Still für lebendes Geflügel in den Landkreisen Cloppenburg, Ammerland und Leer nicht mehr.

Aufgrund des Ausbruchs der Geflügelpest des Subtyps H5N8 im Landkreis Cloppenburg wurden die Puten im Ausbruchsbetrieb und 11.500 Puten in einem Kontaktbestand getötet und unschädlich beseitigt. Darüber hinaus wurden mehr als 90.000 Stück Geflügel im 1000 m-Radius getötet. Die betroffenen Landkreise Cloppenburg, Leer und Ammerland haben Allgemeinverfügungen erlassen durch die Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet festgelegt wurden.

Der Landkreis Cloppenburg hat mit tierseuchenbehördlicher Allgemeinverfügung vom 17.12.2014 außerdem ein Wiederbelegungsverbotsgebiet für Geflügelbestände verfügt.

Der überwiegende Anteil der mehreren Tausend Untersuchungen von im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet genommenen Proben ist abgeschlossen. Bisher mit negativem Ergebnis auf das Geflügelpestvirus H5N8. Mehrere Tausend Proben werden noch untersucht.

Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet um den Geflügelpestausbruch in Harkebrügge finden Sie im TSIS-TierSeuchenInformationsSystem des Friedrich-Loeffler-Instituts unter dem Pfad Tierseuchenlage - Tierseucheninformation Geflügelpest.

Die Allgemeinverfügungen finden Sie auf den jeweiligen Internetseiten der Landkreise.

Im Landkreis Cloppenburg ist am 16.12.2014 die hochpathogene Form der Geflügelpest (Typ H5N8) bei einem Putenbestand ausgebrochen. Betroffen ist ein Putenbestand mit ca. 19.000 Tieren im nördlichen Bereich des Landkreises.

Nach einem positiven Untersuchungsergebnis am 14.12.2014 in der Eigenkontrolle wurden vom Veterinäramt umgehend amtliche Proben genommen und im LAVES in Oldenburg durch ein positives Ergebnis bestätigt. Im Anschluss daran erfolgte durch das Friedrich-Loeffler-Institut, Insel Riems, die Bestätigung der hochpathogenen Form der Vogelgrippe des Subtyps H5N8.

Auf Grundlage der amtlichen Ergebnisse wurden die Maßnahmen zur Bekämpfung der Geflügelpest nach den bundesrechtlichen Vorschriften durch den Landkreis Cloppenburg eingeleitet. Der Bestand wurde gesperrt und die Tiere des betroffenen Bestandes werden tierschutzgerecht getötet.

Eine Gefahr für den Menschen besteht nach dem derzeitigen Erkenntnisstand nicht.

In Niedersachsen werden regelmäßig Monitoring-Untersuchungen in Hausgeflügelbeständen und bei Wildvögeln durchgeführt. Im Hausgeflügelmonitoring sind bisher mehr als 2.500 Proben aus etwa 200 Beständen untersucht worden. Im Wildvogelmonitoring sind bisher etwa 770 Proben untersucht worden. Alle Untersuchungen auf das Vogelgrippevirus waren negativ.

Die hochpathogene aviäre Influenza vom Typ H5N8 wurde am 5. November 2014 in einem Geflügelbestand in Mecklenburg-Vorpommern und in einer Krickente festgestellt. Dort sind keine weiteren Fälle aufgetreten. Sämtliche Restriktionen wurden daher zum 10. Dezember 2014 aufgehoben. Dieser Virustyp wurde im November 2014 ebenfalls in fünf Geflügelbeständen in den Niederlanden und in einem Entenbestand in Großbritannien, in den Niederlanden auch in zwei Wildenten diagnostiziert. In beiden Mitgliedstaaten sind bisher keine weiteren Fälle in Hausgeflügelbeständen aufgetreten. Aufgrund dieser Fälle müssen Geflügelhalter in weiten Teilen Niedersachsens ihre Tiere bereits seit Ende November in Ställen halten.

Informationen zur Aviären Influenza (AI)

Bei den aviären Influenzaviren kann man grundsätzlich zwischen zwei Gruppen, den so genannten niedrig pathogenen ("wenig krank machenden") und den hoch pathogenen ("stark krank machenden") Influenzaviren, unterscheiden. Die hoch pathogenen aviären Influenzaviren (insbesondere H5N1) können bei Nutzgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern oder Puten zu hohen Tierverlusten führen. Die niedrig pathogenen Influenzaviren rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitsanzeichen hervor, da diesen Viren die Eigenschaften zum Auslösen einer schweren Erkrankung fehlen.

Da die Influenza-Viren in Wildvögeln überleben können, kann es immer wieder zu Ausbrüchen der AI kommen, die gelegentlich - auch bei Einhaltung aller Schutzmaßnahmen - auf Hausgeflügelbestände übergreifen können.

Für Menschen besteht keine Gefahr!

In Deutschland und den Niederlanden wie auch in den anderen EU-Mitgliedstaaten werden regelmäßig Untersuchungen in Geflügelbeständen und bei Wildvögeln durchgeführt. Diese haben bisher keine Hinweise auf ein Influenzageschehen gegeben.

Wildvögel (insbesondere Enten) sind häufig stille Träger der niedrig pathogenen Formen der aviären Influenza. Möglicherweise ist hier die Einschleppungsursache zu vermuten.

Biosicherheitsmaßnahmen

Auch bei der wenig ansteckenden Variante der Vogelgrippe besteht immer die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel hoch ansteckenden Krankheit. Bis der derzeitige Weg der Infektion nicht geklärt ist, muss alles getan werden, um mögliche weitere Infektionen zu verhindern. Dazu gehören Hygienemaßnahmen (Schleusen, Desinfektionsmatten, Schutzkleidung für Besucher - die lieber draußen bleiben sollten!) und Dokumentationsmaßnahmen (Besucherbuch - auch der Elektriker gehört da rein!, Aufschreiben von Lieferungen in und aus dem Bestand...). Das gilt auch für private Bestände. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz aller kommerziellen und privaten Geflügelhaltungen.

Allgemeine Informationen zur Aviären Influenza

Die Geflügelpestverordnung des Bundes vom 18.12.2009 sieht wegen der Gefahr der Übertragung von Geflügelpestviren vom Wildgeflügel auf im Freiland gehaltenes Hausgeflügel eine Pflicht zur Aufstallung aller Bestände vor. Die Aufstallungspflicht gilt grundsätzlich für alle Geflügelhalter, auch für sogenannte Hobbytierhaltungen. Ausnahmen sind nur nach einer Risikoabschätzung und nur in Gebieten möglich, die nicht in definierten Risikobereichen liegen. Zu diesen Risikobereichen werden unter anderem die von Niedersächsischen Umweltministerium veröffentlichten "avifaunistisch wertvollen Gebiete" gezählt. Das sind jene Regionen, in denen wichtige Brutvogelgebiete liegen.

Detaillierte Informationen für einzelne Geflügelhalter erteilt das zuständige Veterinäramt.

Die aktuellen Rechtsvorschriften finden Sie links neben diesem Artikel.

Wenn bei Wildvögeln ein Fall von Geflügelpest auftritt, sind Maßnahmen zu ergreifen, um ein Übergreifen der Infektion auf Hausgeflügelbestände zu verhindern.

So sind um jeden Fundort eines infizierten Wildvogels ein Sperrbezirk von mindestens 3 Kilometer Radius und ein Beobachtungsgebiet von mindestens 10 km Radius einzurichten. In diesen Zonen ist u. a. alles Geflügel zu untersuchen, müssen sorgfältige Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt und Handelsbeschränkungen beachtet werden. Im Beobachtungsgebiet (einschließlich Sperrbezirk) dürfen Hunde und Katzen nicht frei umherlaufen. Diese Einschränkungen gelten für 30 Tage, sofern keine neuen Fälle auftreten.

Nach einer Risikobewertung durch das Veterinäramt, die zu dem Ergebnis kommt, dass kein Risiko der Übertragung auf Hausgeflügelbestände besteht, kann auch auf die Einrichtung von Sperrbezirk und/oder Beobachtungsgebiet verzichtet werden. Besteht ein nur geringes Risiko der Übertragung, kann an deren Stelle ein sogenanntes Sperrgebiet von mindestens 1 km Radius mit einem verkleinerten Beobachtungsgebiet von mindestens 3 km Radius eingerichtet werden.

Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest gestorben sein! Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.

Tote oder kranke Vögel bitte nicht anfassen oder mitnehmen.

Bitte informieren Sie auch Ihre Kinder entsprechend.

Zur Minderung eines Übertragungsrisikos unter den Vögeln sollte das Füttern von Enten, Gänsen oder Schwänen unterbleiben.

Eine Gefährdung der Bevölkerung ist nach wir vor nicht gegeben. Die aus anderen Ländern berichteten Infektionen bei Menschen erfolgten erst nach intensiven direkten Kontakten zu infiziertem Hausgeflügel. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass dort, wo Mensch und Geflügel unter einem Dach eng miteinander leben, aus Sicht der Seuchenhygiene wesentlich schlechtere Bedingungen herrschen als in unseren Regionen mit einer ganz anderen Struktur der Tierhaltung.

Auch der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius - und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung - sicher abgetötet wird.

Alle zuständigen Behörden beobachten aufmerksam den weiteren Verlauf der Geflügelpest in Europa. Aufgrund umfangreicher Vorbereitungsmaßnahmen ist man heute gut gerüstet und hat die notwendigen Alarm- und Krisenpläne vorbereitet.

Nur bei strikter Beachtung der eingeleiteten Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko eines großflächigen Seuchenausbruches beim Nutzgeflügel in Deutschland begrenzen. Bitte helfen Sie den Behörden dabei durch Ihr Verhalten.

Übrigens: die Wahrscheinlichkeit, an einer schweren "Grippe" (Influenza des Menschen) zu sterben, ist ganz erheblich höher, als sich mit Geflügelpest zu infizieren! Gegen Influenza können Sie sich impfen lassen. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto höher der Schutz der Bevölkerung. Weitere Informationen kann Ihnen Ihre Hausärztin / Ihr Hausarzt geben.

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