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Bovine Spongiforme Enzephalopathie - BSE

Stand: 04.12.2017


Die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems des Rindes, die mit schwammartigen Auflösungen im Gehirn einhergeht. Erstmalig wurde die Krankheit im Jahr 1986 in Großbritannien nachgewiesen. Vereinzelt wurden atypische Formen der BSE bei Rindern festgestellt, die überwiegend älter als acht Jahre waren. Die atypischen Formen entstehen vermutlich sporadisch.

Die Generalversammlung der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat dem Antrag Deutschlands zur Einstufung als Land mit der BSE-Statusklasse „vernachlässigbares Risiko" zugestimmt. Dieser Status besteht für Deutschland seit dem 06.07.2016. Länder oder Gebiete mit vernachlässigbarem BSE-Risiko sind in der Anlage der TSE-Überwachungsverordnung aufgeführt.

Infektion und Inkubationszeit

Die Verfütterung von unzureichend erhitztem Tiermehl, das Prion-Proteine der Traberkrankheit (Scrapie) enthielt, war Auslöser der Erkrankung von Rindern in Großbritannien. Als Hauptverursacher von Infektionen gilt weiterhin kontaminiertes Fleisch und Knochenmehl. Bis zum Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen vergehen ca. sechs bis acht Monate. Inzwischen ist davon auszugehen, dass auch eine vertikale Übertragung, d. h. von einem infizierten Muttertier über die Plazenta auf deren Nachkommen, stattfinden kann.

Die Möglichkeit einer BSE-Infektion bei kleinen Wiederkäuern ist nicht auszuschließen. Zudem wird angenommen, dass zwischen BSE und der bei Menschen auftretenden neuen Variante der Creutzfeld Jacob Disease (vCJD) ein Zusammenhang besteht. Fälle der vCJD sind überwiegend in Großbritannien aufgetreten.

Symptome

Das Voranschreiten der stets tödlich verlaufenden Krankheit findet sehr langsam statt. Aufgrund der langen Inkubationszeit treten klinische Symptome nur bei erwachsenen Tieren auf. Zentralnervöse Störungen, wie Unruhe, Schreckhaftigkeit, Zittern, Verhaltens- und Sensibilitätsänderungen, ataktischer Gang und andere Bewegungsstörungen bis zum Festliegen stehen im Fokus der Erscheinungen. Ebenso sind ein Gewichts- und Konditionsverlust sowie ein Milchrückgang zu beobachten.

Labordiagnostischer Nachweis

Probenahmen und Diagnostik werden gemäß dem Handbuch über Untersuchungsmethoden und Vakzine für Landtiere (Manual for Diagnostic Tests and Vaccines for Terrestrial Animals) der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) durchgeführt, etwa immunhistochemische und histopathologische Untersuchungen, Western Blot sowie Schnelltests.

Bekämpfung

Maßnahmen, die erfolgreich zur Eindämmung der BSE geführt haben, sind unter anderem Fütterungsverbote bestimmter Futtermittel an Wiederkäuer und andere Nutztiere, das Entfernen und die unschädliche Beseitigen von spezifiziertem Risikomaterial (Gewebe, das BSE-Erreger enthalten kann) und die Durchführung von Schnelltests zur Feststellung der Erreger. Infolgedessen ist die Anzahl der bestätigten Fälle von BSE bei Rindern seit Jahren rückläufig. Entsprechend der Einschätzung des BSE-Risikos werden die Vorschriften über Maßnahmen regelmäßig angepasst.

Untersuchungen

Mit Aufhebung der BSE-Untersuchungsverordnung im Jahr 2015 entfällt die Verpflichtung, gesund geschlachtete Rinder auf BSE zu untersuchen. Labordiagnostische Untersuchungen von verendeten oder aus besonderem Anlass geschlachteten Rindern, die älter als 48 Monate sind, müssen jedoch durchgeführt werden.

Risikomaterial

Als spezifiziertes Risikomaterial, das im Rahmen der Schlachtung entfernt und unschädlich beseitigt werden muss, gilt bei Rindern (älter als 12 Monate) aus Mitgliedstaaten mit vernachlässigbarem BSE-Risiko folgendes Material: Schädel ohne Unterkiefer (inklusive Hirn und Augen), Rückenmark.

Daten

Der letzte BSE-Fall wurde in Deutschland im Jahr 2009 bestätigt, atypische BSE wurde zuletzt im Jahr 2014 festgestellt. Seit 2006 wurden in Niedersachsen zehn BSE-Nachweise geführt, die letzten Fälle im Jahr 2008.

Daten zur Anzahl der bestätigten BSE-Fälle in Deutschland sowie zu den durchgeführten Tests stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter http://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/BSE.html zur Verfügung.

















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