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Afrikanische Schweinepest

Stand: 30.07.2018


Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter aus (Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien und Tschechien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan). Auch Ungarn ist mittlerweile betroffen (s. u.). Vielfach wurden auch Hausschweinebestände mit ASP infiziert. Auf der italienischen Insel Sardinien kommt die Afrikanische Schweinepest bereits seit Jahrzehnten vor.

Besonders hervorzuhebende aktuelle Entwicklungen des ASP-Geschehens

Rumänien: Im Südosten des Landes, nahe der Grenze zur Ukraine (Region Tulcea, Donaudelta), ereigneten sich in der Zeit vom 10.06. bis 10.07.2018 über 280 ASP-Ausbrüche in Schweinehaltungen. Die Region zeichnet sich durch eine sehr hohe Dichte an Hinterhofhaltungen aus, die überwiegend von der ASP betroffen sind. In zwei Fällen griff die Seuche bisher auch auf kommerzielle Farmen über, ein Ausbruch wurde in einem Schlachthof festgestellt. Das Geschehen weitete sich bereits auf die benachbarten Regionen Braila und Constanta aus. Da große Bereiche des Donaudeltas in einem Biosphärenreservat gelegen sind, in dem nicht gejagt werden darf, ist die ASP-Situation im Schwarzwildbestand derzeit noch nicht klar. Es wurde aber bereits am 29.05.2018 über vereinzelte ASP-Nachweise bei Wildschweinen in dieser Region berichtet.

Das seit dem 31.07.2017 bestehende ASP-Geschehen im Nordwesten des Landes (Regionen Satu-Mare und Bihor) hat sich auch in diesem Jahr weiter fortgesetzt.

Ungarn: Am 23.04.2018 meldete Ungarn den Nachweis von ASP bei einem am 19.04.2018 in der Nähe der Stadt Gyöngyös (Komitat Heves, Region Nordungarn) verendet aufgefundenem Wildschwein. Da der Fundort etwa 200 km von der Grenze zur Ukraine entfernt gelegen ist, gehen die ungarischen Behörden derzeit davon aus, dass es sich, ähnlich wie in Tschechien, um einen Eintrag durch virushaltige Lebensmittel handelt. Ein gefährdetes Gebiet wurde eingerichtet, welches den gesamten nördlich der Europastraße E71 gelegenen Teil des Komitat Heves umfasst. Eine Hochrisikozone wurde eingerichtet. Diese soll mit einem Elektrozaun umzäunt werden. Am 14.05.2018 wurde ein an ASP verendetes Wildschwein an der Grenze zur Ukraine aufgefunden (Komitat Saboltsch-Sathmar-Berg, Region Nordostungarn). In dem neuen Ausbruchsgebiet wurden ebenfalls ein gefährdetes Gebiet sowie eine Hochrisikozone eingerichtet.

Eine interaktive Karte der ungarischen Behörden finden Sie hier.

Polen: Am 17.11.2017 meldete Polen aus der Provinz Masowien einen Sprung der ASP von etwa 100 km in westliche Richtung. Das Ausbruchsgeschehen hat sich in kurzer Zeit flächenhaft ausgebreitet und erstreckt sich auf mindestens 6 Landkreise (Legionowski, Piaseczynski, Warschau West, Nowodworski, Wolominski und Otwocki) sowie die Stadt Warschau. Am 16.05.2018 wurde in diesem Ausbruchsgeschehen ein erster Fall bei Hausschweinen in einem Bestand mit 28 Schweinen festgestellt (Landkreis Nowodworski). Ebenfalls Ende 2017 erreichte die ASP die russische Provinz Kaliningrad. In der Folge trat die Infektion am 23.12.2017 auch auf der polnischen Seite der Grenze zu der russischen Exklave in der Woiwodschaft Ermland-Masuren auf. Dadurch ist in Polen ein weiterer Infektionsherd mit dem Potential für eine westliche Ausbreitung der ASP in den Wildschweinebeständen entstanden. Auch im Bereich des Dreiländerecks Polen-Weißrussland-Ukraine ist es in diesem Jahr zu einer großen Zahl von Ausbrüchen der ASP bei Wildschweinen gekommen.

Tschechien: Der erste Fall der ASP bei Wildschweinen in Tschechien wurde am 27.06.2017 beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Die Stadt Zlin befindet sich im Osten des Landes, unweit der Grenze zur Slowakei. Wahrscheinlich wurde die Infektion durch Speiseabfälle aus der Ukraine eingeschleppt. Am 03.01.2018 meldeten die tschechischen Behörden, dass zwischen dem 27.12.2017 und dem 26.01.2018 in einem Gebiet südlich der dort eingerichteten Kern- bzw. Hochrisikozone insgesamt 10 ASP positive Wildschweine aufgefunden wurden. Die Kernzone wurde daraufhin im Februar um die neu befallenen Gebiete erweitert. Seit dem 01.02.2018 (Stand 21.05.2018) wurden in der Kernzone weitere 12 ASP infizierte Wildschweine gefunden. Seit Mitte April 2018 wurden keine weiteren ASP-positiven Wildschweine mehr gegIn tschechischen Hausschweinebeständen wurde bisher kein Ausbruch der ASP festgestellt.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 12.07.2017 eine aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Zur Risikobewertung gelangen Sie hier.

Häufigkeit des Nachweises der Afrikanischen Schweinepest in der EU 2018

Zeitraum: 01.01.2018 - 30.07.2018

Nachweise bei Hausschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise

Estland

19.09.2017

0

Italien (Sardinien)

18.05.2018

3

Lettland

24.07.2018

7

Litauen

25.07.2018

38

Polen

29.07.2018

75

Rumänien

28.07.2018

518

Ukraine

27.07.2018

58

Gesamt

699

Nachweise bei Wildschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise

Estland

24.07.2018

187

Italien (Sardinien)

30.01.2018

24

Lettland

27.07.2018

475

Litauen

28.07.2018

1106

Polen

29.07.2018

1697

Ukraine

27.07.2018

36

Tschechien*

19.04.2018

28

Ungarn

25.07.2018

27

Rumänien 21.07.2018 17

Gesamt

3597

Quelle: Animal Disease Notification System (ADNS) der Europäischen Kommission (http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/adns/index_en.htm)

Eine aktuelle Karte mit den eingerichteten Restriktionsgebieten innerhalb der EU ist hier zu finden.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Infektion mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung die fast immer tödlich ist! Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oftmals nur sehr langsam aus. Dabei reichen jedoch sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus.

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko! Ein Impfstoff gegen ASP ist nicht verfügbar!

Die Vorgehensweise zur Bekämpfung der ASP ist in Deutschland in der "Schweinepest-Verordnung" geregelt. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet. Im Falle der ASP bei Wildschweinen werden ebenfalls Restriktionszonen (gefährdetes Gebiet (=Seuchengebiet) mit einem Radius von ca. 15 km und Pufferzone mit einem Radius von ca. 30 km um den Fund- oder Erlegungsort) eingerichtet.

Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und in der Folge für die landwirtschaftliche Produktion.

Besondere Gefahren der Einschleppung der ASP aus den betroffenen Regionen:

  • Lebensmittel, die Schweinefleisch oder Wildschweinefleisch enthalten, welches nicht erhitzt wurde
  • Teile von Schweinen oder Wildschweinen (z. B. Häute, unbehandelte Jagdtrophäen)
  • Gegenstände und Fahrzeuge, die Kontakt zu Schweinen oder Wildschweinen hatten (z. B. Kleidung, Jagdwaffen)
  • Lebende Schweine oder Wildschweine
  • Personen, die aus betroffenen Regionen zu uns kommen oder diese besuchen, müssen unbedingt auf die Gefahren der Verbreitung der ASP hingewiesen werden
  • Bitte informieren Sie sich vor einer Auslandsreise, insbesondere vor einer Jagdreise über den Tierseuchenstatus, wenn Sie Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben werden

Beachten Sie bitte die diversen Merkblätter am rechten Rand dieser Seite. Informationen zur Infektion mit dem Virus der ASP sind im Steckbrief zur ASP des Friedrich-Loeffler-Institutes zu finden.

Programm zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest und der Klassischen Schweinepest in Niedersachsen (ASP/KSP-Monitoring):

Da in der Regel nicht alle Tiere eines Bestandes gleichzeitig infiziert werden, können die ersten Symptome einer Infektion eines Bestandes mit ASP leicht übersehen werden. Bis zur Ausbreitung der Seuche im gesamten Bestand können abhängig von den betriebsspezifischen Gegebenheiten durchaus einige Wochen vergehen. Bei unklarem Krankheitsgeschehen im Bestand ist deshalb unbedingt frühzeitig eine Ausschluss-Diagnostik auf Schweinepest durchzuführen!

Das Niedersächsische Früherkennungsprogramm der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest ruht auf mehreren Säulen. Es werden sowohl Haus- als auch Wildschweine untersucht. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch die Tierhalter, die Tierärzte und die Jäger. Lesen Sie mehr ...

Was können Schweinehalter gegen die Afrikanische Schweinepest tun?

Bei der Verhinderung der Einschleppung und ggf. der Verschleppung der Seuche kommt der Einhaltung strikter Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung eine ganz entscheidende Rolle zu:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden
  • Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden bzw. Speisereste sicher entsorgt werden.
  • Generell muss auf eine gute allgemeine Betriebshygiene geachtet werden!
  • Sauberkeit von Personal und Gerätschaften, Zugangsbeschränkung zu den Stallungen, betriebseigene Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.. Merkblatt für Landwirte beachten!
  • Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen muss unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes; unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu)
  • Jäger, die auch selbst Schweine halten oder anderweitig Kontakt zu Schweinen haben, müssen besondere Vorsicht walten lassen.
  • Merkblatt für Jäger beachten!
  • Auch Hobbyhalter von Schweinen sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.


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