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Afrikanische Schweinepest

Stand: 18.04.2018


Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter aus (Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien und Tschechien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan). Vielfach sind auch Hausschweinebestände von der ASP betroffen. Auf der italienischen Insel Sardinien kommt die Afrikanische Schweinepest bereits seit Jahrzehnten vor.

Polen: Am 17.11.2017 meldete Polen aus der Provinz Masowien einen Sprung der ASP von etwa 100 km in westliche Richtung. Das Ausbruchsgeschehen hat sich in kurzer Zeit flächenhaft ausgebreitet und erstreckt sich auf mindestens 6 Landkreise (Legionowski, Piaseczynski, Warschau West, Nowodworski, Wolominski und Otwocki) sowie die Stadt Warschau. Im selben Zeitraum erreichte die ASP die russische Provinz Kaliningrad. In der Folge trat die Infektion am 23.12.2017 auch auf der polnischen Seite der Grenze zu der russischen Exklave in der Woiwodschaft Ermland-Masuren auf. Dadurch ist in Polen ein weiterer Infektionsherd mit dem Potential für eine westliche Ausbreitung der ASP in den Wildschweinebeständen entstanden. Auch im Bereich des Dreiländerecks Polen-Weißrussland-Ukraine ist es in diesem Jahr zu einer großen Zahl von Ausbrüchen der ASP bei Wildschweinen gekommen.

Tschechien: Der erste Fall der ASP bei Wildschweinen in Tschechien wurde am 27.06.2017 beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Die Stadt Zlin befindet sich im Osten des Landes, unweit der Grenze zur Slowakei. Wahrscheinlich wurde die Infektion durch Speiseabfälle aus der Ukraine eingeschleppt. Am 03.01.2018 meldeten die tschechischen Behörden, dass zwischen dem 27.12.2017 und dem 26.01.2018 in einem Gebiet südlich der dort eingerichteten Kern- bzw. Hochrisikozone insgesamt 10 ASP positive Wildschweine aufgefunden wurden. Die Kernzone wurde daraufhin im Februar um die neu befallenen Gebiete erweitert. Seit dem 01.02.2018 (Stand 16.04.2018) wurden in der Kernzone weitere 9 ASP infizierte Wildschweine gefunden. In tschechischen Hausschweinebeständen wurde bisher kein Ausbruch der ASP festgestellt.

Rumänien: In Rumänien ist am 31.07.2017 erstmals ASP bei Hausschweinen in einem Kleinstbestand in der Region Satu Mare, im Nord-Westen des Landes, festgestellt worden. In einem Kontaktbetrieb (Kleinstbestand) in der Nachbarschaft wurde ebenfalls eine ASP-Infektion diagnostiziert. In 2018 ereigneten sich dort zwei weitere Ausbrüche bei Hausschweinen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 12.07.2017 eine aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Zur Risikobewertung gelangen Sie hier.

Häufigkeit des Nachweises der Afrikanischen Schweinepest in der EU 2018

Zeitraum: 01.01.2018 - 17.04.2018

Nachweise bei Hausschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise

Estland

19.09.2017

0

Italien (Sardinien)

12.02.2018

2

Lettland

10.10.2017

0

Litauen

21.09.2017

0

Polen

23.02.2018

4

Rumänien

13.03.2018

3

Ukraine

20.03.2018

21

Gesamt

30

Nachweise bei Wildschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise

Estland

05.04.2018

149

Italien (Sardinien)

30.01.2018

24

Lettland

06.04.2018

278

Litauen

06.04.2018

647

Polen

07.04.2018

967

Ukraine

23.03.2018

25

Tschechien

17.04.2018

25

Gesamt

2115


Quelle: Animal Disease Notification System (ADNS) der Europäischen Kommission (http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/adns/index_en.htm)

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Infektion mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung die fast immer tödlich ist! Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Da eine Ansteckung vornehmlich über Blut, bluthaltige Flüssigkeiten und bluthaltige Gewebe erfolgt, breitet sich die Infektion oftmals nur sehr langsam aus. Dabei reichen jedoch sehr geringe Blutmengen für eine Ansteckung aus.

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko! Ein Impfstoff gegen ASP ist nicht verfügbar!

Die Vorgehensweise zur Bekämpfung der ASP ist in Deutschland in der "Schweinepest-Verordnung" geregelt. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet. Im Falle der ASP bei Wildschweinen werden ebenfalls Restriktionszonen (gefährdetes Gebiet (=Seuchengebiet) mit einem Radius von ca. 15 km und Pufferzone mit einem Radius von ca. 30 km um den Fund- oder Erlegungsort) eingerichtet.

Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und in der Folge für die landwirtschaftliche Produktion.

Besondere Gefahren der Einschleppung der ASP aus den betroffenen Regionen:

  • Lebensmittel, die Schweinefleisch oder Wildschweinefleisch enthalten, welches nicht erhitzt wurde
  • Teile von Schweinen oder Wildschweinen (z. B. Häute, unbehandelte Jagdtrophäen)
  • Gegenstände und Fahrzeuge, die Kontakt zu Schweinen oder Wildschweinen hatten (z. B. Kleidung, Jagdwaffen)
  • Lebende Schweine oder Wildschweine
  • Personen, die aus betroffenen Regionen zu uns kommen oder diese besuchen, müssen unbedingt auf die Gefahren der Verbreitung der ASP hingewiesen werden
  • Bitte informieren Sie sich vor einer Auslandsreise, insbesondere vor einer Jagdreise über den Tierseuchenstatus, wenn Sie Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben werden

Beachten Sie bitte die diversen Merkblätter am rechten Rand dieser Seite. Informationen zur Infektion mit dem Virus der ASP sind im Steckbrief zur ASP des Friedrich-Loeffler-Institutes zu finden.

Programm zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest und der Klassischen Schweinepest in Niedersachsen (ASP/KSP-Monitoring):

Da in der Regel nicht alle Tiere eines Bestandes gleichzeitig infiziert werden, können die ersten Symptome einer Infektion eines Bestandes mit ASP leicht übersehen werden. Bis zur Ausbreitung der Seuche im gesamten Bestand können abhängig von den betriebsspezifischen Gegebenheiten durchaus einige Wochen vergehen. Bei unklarem Krankheitsgeschehen im Bestand ist deshalb unbedingt frühzeitig eine Ausschluss-Diagnostik auf Schweinepest durchzuführen!

Das Niedersächsische Früherkennungsprogramm der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest ruht auf mehreren Säulen. Es werden sowohl Haus- als auch Wildschweine untersucht. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch die Tierhalter, die Tierärzte und die Jäger. Lesen Sie mehr ...

Was können Schweinehalter gegen die Afrikanische Schweinepest tun?

Bei der Verhinderung der Einschleppung und ggf. der Verschleppung der Seuche kommt der Einhaltung strikter Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung eine ganz entscheidende Rolle zu:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden
  • Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden bzw. Speisereste sicher entsorgt werden.
  • Generell muss auf eine gute allgemeine Betriebshygiene geachtet werden!
  • Sauberkeit von Personal und Gerätschaften, Zugangsbeschränkung zu den Stallungen, betriebseigene Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.. Merkblatt für Landwirte beachten!
  • Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen muss unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes; unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu)
  • Jäger, die auch selbst Schweine halten oder anderweitig Kontakt zu Schweinen haben, müssen besondere Vorsicht walten lassen.
  • Merkblatt für Jäger beachten!
  • Auch Hobbyhalter von Schweinen sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.





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