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Afrikanische Schweinepest

Stand: 05.02.2018


Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen der betroffenen Regionen in Osteuropa immer weiter aus (Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien und Tschechien). Auch Hausschweinebestände stecken sich immer wieder an. In Europa kommt die Afrikanische Schweinpest auch auf der italienischen Insel Sardinien vor. Zahlreiche Nicht-EU-Länder sind betroffen. U.a. Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbeidschan und verschiedene afrikanische Staaten.

Am 17.11.2017 meldete Polen aus der Provinz Masowien einen Sprung der ASP von etwa 100 km in westliche Richtung. Bisher sind dort 382 ASP positive Wildschweine gefunden worden (OIE, Stand 05.02.2018). Das neue Ausbruchsgeschehen hat sich offensichtlich bereits flächenhaft ausgebreitet und erstreckt sich auf mindestens 3 Landkreise (Legionowski, Piaseczynski, Warschau West, Nowodworski und Otwocki) sowie die Stadt Warschau. Im November 2017 erreichte die ASP die russische Provinz Kaliningrad. In der Folge trat die Infektion am 23.12.2017 auch auf der polnischen Seite der Grenze zu der russischen Exklave in der Woiwodschaft Ermland-Masuren auf. Dadurch ist in Polen ein weiterer Infektionsherd mit dem Potential für eine westliche Ausbreitung entstanden.

Am 03.01.2018 meldeten die tschechischen Behörden, dass zwischen dem 27.12.2017 und dem 26.01.2018 in einem Gebiet außerhalb des bisherigen Fundgebietes insgesamt 10 ASP positive Wildschweine aufgefunden wurden. Die Fundorte befinden sich südlich der eingezäunten Zone aber noch innerhalb des Hochrisikobereiches im Landkreis Zlin. Der erste Fall der ASP bei Wildschweinen in Tschechien wurde am 27.06.2017 beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Es handelte sich um zwei in der Nähe der Stadt Zlin tot aufgefundene Wildschweine. Die Stadt Zlin befindet sich im Osten des Landes, unweit der Grenze zur Slowakei. Wahrscheinlich wurde die Infektion durch Speiseabfälle aus der Ukraine eingeschleppt. Die ASP hat sich damit ca. 400 km nach Westen ausgebreitet und ist nur noch ca. 300 km von Deutschland entfernt.

In dem dort eingerichteten etwa 50 km2 großen Kerngebiet wurden bisher 190 an ASP verendete Wildschweine aufgefunden und 16 ASP infizierte Wildschweine erlegt (Tschechischer Veterinärdienst, Stand 8.01.2018). In den umgebenden Gebieten wird sämtliches, im Zuge einer intensivierten Jagd erlegtes Schwarzwild und Fallwild auf ASP untersucht. Bisher wurde hier keine ASP-Infektion nachgewiesen.In tschechischen Hausschweinebeständen wurde bisher kein Ausbruch der ASP festgestellt.

In Rumänien ist am 31.07.2017 erstmals ASP bei Hausschweinen in einem Kleinstbestand in der Region Satu Mare, im Nord-Westen des Landes, festgestellt worden. In einem Kontaktbetrieb (Kleinstbestand) in der Nachbarschaft wurde ebenfalls eine ASP-Infektion diagnostiziert. In 2018 ereigneten sich dort zwei weitere Ausbrüche bei Hausschweinen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 12.07.2017 eine aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Zur Risikobewertung gelangen Sie hier.



Häufigkeit des Nachweises der Afrikanischen Schweinepest in der EU 2018

Zeitraum: 01.01.2018 - 29.01.2018

Nachweise bei Hausschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise

Estland

19.09.2017

0

Italien (Sardinien)

16.01.2018

1

Lettland

10.10.2017

0

Litauen

21.09.2017

0

Polen

10.01.2018

3

Rumänien

13.01.2018

2

Ukraine

25.01.2018

8

Gesamt

14

Nachweise bei Wildschweinen

Mitgliedstaat

Datum des letzten Nachweises

Anzahl der Nachweise

Estland

26.01.2018

43

Italien (Sardinien)

23.01.2018

17

Lettland

26.01.2018

113

Litauen

26.01.2018

249

Polen

26.01.2018

305

Ukraine

18.01.2018

8

Tschechien

26.01.2018

14

Gesamt

749


Quelle: Animal Disease Notification System (ADNS) der Europäischen Kommission (http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/adns/index_en.htm)

Die Infektion führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und ist fast immer tödlich! Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und die landwirtschaftliche Produktion. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen und für Hunde besteht nicht.

Besondere Gefahren der Einschleppung aus den betroffenen Regionen:

  • Lebensmittel, die Schweinefleisch enthalten, welches nicht erhitzt wurde.
  • Teile von Schweinen (z.B. Häute, Jagdtrophäen).
  • Gegenstände, die Kontakt zu Schweinen hatten (z.B. Kleidung, Jagdwaffen).
  • Lebende Schweine
  • Personen, die aus betroffenen Regionen zu uns kommen oder diese besuchen, müssen unbedingt darauf hingewiesen werden.
  • Bitte informieren Sie sich vor einer Reise in ein Nicht-EU-Land über dessen Tierseuchenstatus, wenn Sie Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben werden.

Detailliertere Informationen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.


Das Programm zur Früherkennung der Afrikanischen und der Klassischen Schweinepest in Niedersachsen (ASP/KSP Monitoring) wurde erweitert:

Das Niedersächsische Früherkennungsprogramm der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest ruht auf mehreren Säulen. Es werden sowohl Haus- als auch Wildschweine untersucht. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch die Tierhalter, die Tierärzte und die Jäger. Lesen Sie mehr...

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine) mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit (Letalität). Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus (Virus der Afrikanischen Schweinepest, ASP-Virus).

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko!

Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Eingeschleppt in nicht verseuchte Gebiete verläuft die Erkrankung bei Schweinen verheerend und ist mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Die Vorgehensweise zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist in Deutschland in der "Schweinepest-Verordnung" geregelt (Rechtsvorschriften zur Afrikanischen Schweinepest). Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet.

Ein Impfstoff gegen Afrikanische Schweinepest ist nicht verfügbar und wird auch auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen!

Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest finden Sie in diesem Artikel:

Was tun gegen die Afrikanische Schweinepest?
Wo kommt die Afrikanische Schweinepest vor?
Wie erkennt man die Afrikanische Schweinepest?Wo kommt die Afrikanische Schweinepest vor?

Was tun gegen die Afrikanische Schweinepest?

Insbesondere durch Personen- und Fahrzeugverkehr aus betroffenen Gebieten ist eine Einschleppung der Seuche nach Deutschland möglich. Besonderes Augenmerk ist auch auf mitgebrachte Nahrungsmittel/Speisereste zu legen, die unter keinen Umständen an Haus- oder Wildschweine verfüttert werden dürfen, sondern sicher entsorgt werden müssen.

Nicht nur Schweinehalter sind aufgerufen, besondere Vorsicht walten zu lassen und die Regeln guter Betriebshygiene unbedingt einzuhalten, auch Touristen können dazu beitragen, dass die Krankheit nicht eingeschleppt wird. Insbesondere sind auch Jäger (Jagdtourismus) aufgerufen, sich zu informieren und besondere Schutzmaßregeln zu berüchsichtigen.

Bei der Verhinderung der Einschleppung und ggf. der Verschleppung der Seuche kommt der Einhaltung strikter Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung eine ganz entscheidende Rolle zu.

Es gilt:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden!
  • Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden.
  • Generell muss auf eine gute allgemeine Betriebshygiene geachtet werden!
  • Sauberkeit von Personal und Gerätschaften, Zugangsbeschränkung zu den Stallungen, betriebseigene Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.. Merkblatt für Landwirte beachten!
  • Der direkte oder indirekte Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen muss unbedingt vermieden werden. Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes; unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu)
  • Jäger, die auch selbst Schweine halten oder anderweitig Kontakt zu Schweinen haben, müssen besondere Vorsicht walten lassen.
  • Merkblatt für Jäger beachten!
  • Auch Hobbyhalter von Schweinen sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Wo kommt die Afrikanische Schweinepest vor?

Die Afrikanische Schweinepest wurde erstmals 1921 in Kenia beschrieben und ist in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Dort bilden Warzenschweine, die über längere Zeit infiziert bleiben, jedoch klinisch nicht erkranken, das natürliche Erreger-Reservoir.

In Europa wurden sporadische Ausbrüche z. B. aus Frankreich (1974), Belgien (1985), den Niederlanden (1986), Spanien (1994) und Portugal (1999) berichtet, die alle erfolgreich bekämpft werden konnten. In 1978 wurde die Seuche nach Sardinien (Italien) eingeschleppt. Dort konnte sie bis heute nicht getilgt werden.

Seit 2007 kommt es zur Ausbreitung der ASP im Kaukasusgebiet und in Russland. Ausgehend von Georgien (Juni 2007), wo die Seuche vermutlich durch Verfütterung von unsachgemäß behandelten Speiseabfällen von internationalen Schiffen eingeschleppt wurde, breitete sie sich über Armenien (seit 2007), Aserbaidschan (2008) und Russland (seit 2007) bis in die Ukraine (Juli 2012) und Weißrussland (Juni 2013) aus.

Ende Januar 2014 wurde die ASP auch bei Wildschweinen in Litauen nachgewiesen und hat somit nun die EU erreicht.

Wie erkennt man die Afrikanische Schweinepest?

Die Ausprägung der klinischen Krankheitssymptome bei der Afrikanischen Schweinepest ist stark abhängig von den Eigenschaften des auslösenden Virus-Isolates. Während manche ASP-Virusisolate nur geringe oder moderat krankmachende Eigenschaften aufweisen, sind die momentan im Baltikum, in Polen und in Tschechien auftretenden Viren als hoch virulent einzustufen. Das bedeutet, dass mit einem solchen Virus infizierte Schweine zu einem sehr hohen Prozentsatz (bis zu 100 %) an der Seuche verenden.

Achtung: Da in der Regel nicht alle Tiere eines Bestandes gleichzeitig infiziert werden, können die ersten Symptome einer Infektion eines Bestandes mit ASP leicht übersehen werden. Bis zur Ausbreitung der Seuche durch den gesamten Bestand können abhängig von den betriebsspezifischen Gegebenheiten durchaus einige Wochen vergehen.

Informationen zur Infektion mit dem Virus der ASP sind im Steckbrief zur ASP des Friedrich-Loeffler-Institutes zu finden.

Möglichkeit der Ausschluss-Diagnostik

Aufgrund des sehr variablen Krankheitsbildes der ASP kommt differentialdiagnostisch eine Vielzahl weiterer Erkrankungen in Frage. Eine eindeutige Diagnose kann nicht anhand des klinischen Bildes oder der pathologischen Befunde im Falle einer Sektion vorgenommen werden. Eine sichere Diagnose kann ausschließlich im Labor gestellt werden!

Bei unklarem Krankheitsgeschehen im Bestand sollte deshalb unbedingt frühzeitig eine Ausschluss-Diagnostik auf Schweinepest durchgeführt werden!
Diese Labor-Untersuchung als Ausschluss-Untersuchung hat keine Folgen für den Betrieb und bedeutet auch nicht, dass ein Verdacht auf Schweinepest vorliegt. Eine frühzeitige Erkennung trägt jedoch wesentlich dazu bei, dass das Seuchengeschehen rasch eingedämmt wird und viele Betriebe von der Seuche verschont bleiben.


Schweine in Suhle
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